1992 – Peter raus, Karsten rein.
Tja, so Ende 1992, Anfang 1993 war es dann soweit, dass Peter leider Phantom Lord verlassen musste. Warum wir diesen Schritt gingen, kann ich leider nicht mehr zu 100% sagen, aber ich glaube, die Tatsache, dass wir uns immer um die Lautstärke des Basses in den Haaren (und davon gab und gibt es bei Phantom Lord ja immer genug) hatten, war dann wohl der ausschlaggebende Punkt. Dass sein Nachfolger Karsten mit Blubbi, Toml und mir ständig beim Saufen war und wir auch sonst viele Dinge gemeinsam machten (Urlaub am Gardasee, Saufen, Rumhängen, Saufen, Fressen, Saufen, Konzerte, Saufen, Party’s, Saufen, usw.) beschleunigte dies wahrscheinlich sogar noch.
Urlaub am Gardasee, ja dass muß natürlich auch ein wenig erwähnt werden. An einem schönen Sommertag im August 92 beschlossen Karsten, Blubbi, Patricia(Blubbi’s damalige Freundin), Toml und ich für ein paar Tage an den schönen Teich nach Italien zu Reisen. Man hat ja nix besseres zu tun. Mit Zelten, Akustikgitarren und viel Spaß inne Backen fuhren wir also los, kamen irgendwann mal an und blieben dort. Wir verbrachten 7 lustige, mit viel Alkohol vernebelte Tage an dieser Pfütze an denen dieselbigen Kurz und die Nächte dafür um so länger waren. Damals unterhielten wir uns in einer etwas lustigen Art miteinander, die Toml vom Gruber Manni aufschnappte, der unsere erste CD produzierte. Die Dialoge gingen etwa so: „Hä, geh amoi her do!“, „Wos is, ha“ , Bagg di glei am grawaddl“. Blubbi war davon so beeindruckt, dass er mit seiner Freundin fasst ausschließlich nur noch in diesem Wortlaut sprach.
Patricia:“ Schatzieberlie?“
Blubbie:“ Woooos iiiiiisssssss?“
Patricia:“ Hob die Lieb“
Blubbie:“ Is ma wurscht“
Was an diesen 7 Tagen noch so alles passierte, ist mir leider wie immer komplett entfallen, aber ich weiß nur noch, dass ich die ersten 6 Tage einmal und am letzten Tag sechsmal zum abseilen eines übel riechendem etwas gehen musste. Was mir auch bei der Heimfahrt zum Verhängnis wurde, denn den letzten etwa 100 kilometern musste ich wieder dermaßen zum Sch…, dass es mir schon schwindelig wurde. Nur Toml, der mich, Karsten, sich selber und mein Auto nach hause fuhr, dachte gar nicht daran, stehen zu bleiben. „So etwas nennt man Gitarristen ärgern“, sagte er und drückte mir mit einem breiten Grinsen im Gesicht einen Finger in den Bauch. Luftablassen war nicht, warum könnt ihr euch ja denken, und ins Auto Ballern auch nicht, war ja meins, und dass wusste Toml. Bei seinem hätte ich es gemacht, dass könnt ihr mir glauben. So musste ich ungefähr eineinhalb Stunden ausharren, bis wir bei Toml zuhause ankamen und ich im Eiltempo und mit erhobener Stimme um die Öffnung seiner Behausung bat. Tat er dann auch, nachdem er mir noch irgendwelche Geschichten von Toilettenspülungen, die er irgendwo auf Kassette aufgenommen hatte erzählte. Türe offen, Michl rein, und zwar im Laufschritt. Und dann kam die Rache. Ich schreibe jetzt nicht mehr weiter, der Rest ist Geschichte. Kann jeder selbst seine Fantasie spielen lassen. Ich hab mich jedenfalls noch nie besser gefühlt, wie damals.
Ein Jahr später fuhren wir wieder an denselben Zeltplatz, leider aber ohne Toml und Karsten, aber mit Daxei, Sabine und Danni. Selber Platz, selbes Spiel, 7 Tage Gesoffen und ich weiß nix mehr, außer der Heimfahrt. Ich musste zwar nicht Kaken sonder nur Pinkeln, aber Daxei blieb auch nicht stehen. Ja ja, wer solche Freunde hat…
Jetzt muss ich natürlich noch einige lustige Geschichten von und über Karsten loswerden, die man der Welt nicht vorenthalten darf.
Wir alle haben leider seit mehr als 10 Jahren nichts mehr von ihm gehört, aber damals war er schon eine sagenhafte Frohnatur, die außer Saufen, Fressen, Schlafen und Weiber nix anderes im Kopf hatte, schlimmer als alle anderen.
Legendär die Abende im Stingray, an denen er zu mir kam und sagte:“ Kimm, Mihe, geh weida, gemma schbeim.“
Was wir dann auch immer taten. Schönen Baum gesucht, der eine hält die Haare vom anderen und dann immer abwechselnd Kopf runter und raus mit dem Zeuch.
Oder als er besoffen innerhalb von eine Minute einen Sabberfleck von ungefähr 20 cm Durchmesser auf seinem Pullover hatte. Wohlgemerkt, gesabbert, nicht gekotzt.
Er war auch immer an vorderster Front dabei, wenn’s um übelriechende Gase aus irgendwelchen Körperöffnungen ging, was ja eigentlich normal ist, bei solchen Personen, wie wir es sind, aber der war schon einer der übelsten. Sowohl Geruch als auch Klang. Und auch noch dauernd. Da konnte nicht mal ich mithalten, und ich bin eine Legende, ja ja.
Wird noch fortgesetzt
Ich merke gerade, ich schweife zu weit ab. Also, Karsten hatte Haare bis zum Arsch, war trinkfreudig und auch trinkfest, konnte ein wenig Gitarre spielen, und wenn jemand ein wenig Gitarre spielen kann, so dachten wir damals, dann kann der auch ein wenig mehr Bass spielen.
Naja, konnte er nicht, aber egal, kann man ihm ja lernen. So taten wir dann, vielmehr ich. Er kaufte sich einen Bass, eine Anlage und wir gingen uns der Sache an. Im Endeffekt zeigte ich ihm einfach nur die Riffs von den Gitarren, die er dann nur mitspielte, und gut. Da sich keiner Beschwerte, waren wir alle zufrieden. So bereiteten wir uns dann auf den Gig in Traunreut mit Sodom vor, der ja an anderer Stelle beschrieben ist. Kurze Zeit nach dem Gig mit Sodom war der Spaß aber auch schon wieder vorbei, da ja Blubbi bei McDonalds seiner Aufstiegsleiter immer mehr emporstieg und dadurch fast gar keine Zeit mehr für die Band hatte. Es gab auch noch einige andere Probleme, die ich nur sehr ungern beschreiben würde, die aber Phantom Lord fast auseinandergebrochen haben. Wir machten eine Pause von ca. eineinhalb Monaten, mitlerweile war es schon Winter, und Winny und ich setzten uns zusammen, um zu sehen , wie es weitergeht. Karsten hatte uns mitlerweile seinen Ausstieg mitgeteilt, was zwar schade war, da wir ja sehr gute Freunde waren, aber es konnte endlich ein verlorener Sohn wieder nach hause kommen.
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ich würd sagen, dass mit winny würd mich jetzt auch noch brennend interessieren.. das muss auf jeden fall noch her!
Hi Michi,
das Beste war ja Dein Kommentar nach dem Schiss: "Aaaaaah. Hat mal wer 'ne Zigarette?" Den solltest Du noch einfügen. Und warum beschreibst Du denn nicht die Probleme innerhalb der Band, als Ihr damals den Winny rausgeschmissen habt? Ich fände das schon sehr lesenswert und Winny freut sich auch schon auf den Kommentar (so sagte er mir wenigstens letzte Woche). Ist ja alles Geschichte, meine Demission hat er ja auch schamlos kommentiert. Und ich habe sie so drin gelassen, denn wenn er meint, er muss, dann musser. Außerdem liebe ich Übertreibungen, besonders die vom Winny...
Ist schon recht lustig, du darfst es ruhig etwas Ausfürlicher beschreiben ich bin da nicht Empfindlich wie du wohl weisst, und außerdem finde Ich gehören auch die nicht so schönen Episoden genauso zu der Geschichte dazu wie alles andere auch.