1994 - Blubbi raus, Wolfi rein


By Toml - Posted on 23 Dezember 2008

Ich war also wieder bei Phantom Lord. Mittlerweile waren die Jungs ja aus Winnys Übungsraum in die Kaltenmühle umgezogen. Ich probte in der Zeit mit der Band Nosh im gleichen Haus, und so sahen wir uns eigentlich ziemlich oft. Während meines Ausscheidens waren wir trotz einer sehr kurzen Phase des Stunks, immer öfter gemeinsam weggegangen, zunächst noch im Perlohner Keller, dann, als dieser zumachte, wechselten wir sehr schnell in den Sumpf. Der Sumpf war ein Lokal, welches am Fuße des Roßackers direkt neben dem Flötzinger Löchl stand und ca. 50 Quadratmeter groß war. Es bestand aus einer Bar, ein paar kleineren Tischen und einem großen Stammtisch, der eigentlich permanent von uns besetzt war. Mit der Zeit war es eigentlich üblich, sich Samstags im Sumpf zum Saufen oder, was damals unser liebstes Spiel war, zum Kinigeln zu treffen. Kinigeln geht so:

Man benötigt ein 5-Liter-Fass, welches bis zur Halskrause mit Geiß gefüllt wird. Aus diesem Fass zapft man jeweils 0,2-Liter-Portionen in entsprechende Gläser ab und stellt diese in die Mitte. Danach wird Glas für Glas ausgespielt. Dazu nimmt man ein gut gemischtes Blatt Schafkopf- bzw. Tarockkarten (bayerisches Bild) und teilt die Karten sichtbar die Runde entlang aus. Derjenige, der den ersten König erhält, darf das Glas antrinken, und zwar so weit er mag. Derjenige mit dem zweiten König darf weiter trinken, der dritte König trinkt aus und der vierte zahlt das Glas. Ein paar Sonderregeln sorgen für zusätzliche Erheiterung: Es darf gesammelt werden, man muss also sein Glas nicht sofort austrinken. Wer aber schüttet oder einen anderen trinken lässt, trinkt sofort drei Vodkas auf eigene Rechnung und ist ab diesem Zeitpunkt meist ein passiver Mitspieler.

Beim Kinigeln kann so ziemlich alles passieren. Entweder hat man einen üblen Saurausch und noch viel Geld in der Tasche, oder man ist pleite und hat praktisch nichts getrunken. Ich weiß noch, als Evi über mindestens 20 Runden kein einziges Mal was zu trinken bekam, aber meistens den vierten König. Entsprechend sauer war sie dann auch. Als in der 21. Runde endlich der begehrte dritte König auf Ihren Platz geworfen wurde, hielt sie sofort durstig nach dem Glase des köstlichen Getränks Ausschau. Leider war Winny der Zweittrinker und hatte selber lange, lange nichts mehr bekommen. So war das Glas leer, als es zu Evi kam. Das Wehklagen hörte man sicher bis nach Ziegelberg.

Überhaupt Evi. Ich habe noch nie eine Frau erlebt, die so zu Unglücken neigt, wie sie. Ihr ist im Sumpf so ziemlich alles passiert, was man sich so vorstellen kann. Einmal bestellte sich der gesamte Tisch eine Runde Goaß'nmaß, nur Evi wollte ein Pils. Naja, ein Pils dauert ja mindestens 7 Minuten und in ihrem Fall wurden diese 7 Minuten von Markus sehr großzügig ausgelegt. Er hatte halt so viel zu tun. Als nach ca. 30 Minuten ihr Pils endlich kam, wollte sie natürlich unmittelbar das köstliche Getränk in ihre Figur schütten. Doch nur ein Schwein trinkt allein, und so wollte die versammelte Gemeinde mit Ihr prosten und brachte zu diesem Zwecke alle Gläser mit Schwung in die Mitte des Tisches, in der Evi ihr Pilsglas hinhielt. Es schepperte gar heftig und Evi hielt nur noch den Stil Ihres Glases in der Hand und war entsprechend verzweifelt. Ein anderes Mal wollte sie mit der Mode gehen und sich ihre Leggins schön metallisch aufpimpen. So kaufte sie bei der Christel im Hard und Heavyshop eine Reihe von Killernieten, die Hälfte davon mit Sternen als Unterlage, und brachte diese mit viel Geduld und Liebe in einer langen Reihe an ihrem Beinkleid an. Sah gar nicht schlecht aus, das Ganze. Nur leider wurde Evi an diesem Tag im Sumpf richtig schön betrunken, wahrscheinlich hatte sie beim Kinigeln viel Glück gehabt, und wurde dadurch zusehends ausgelassen. Irgendwann saß sie bei mir auf dem Schoß und schwang Ihren Oberkörper im Rhythmus der Musik. Da auch ich an diesem Tag nicht mehr als nüchtern bezeichnet werden konnte, stürzten wir schon sehr bald vom Stuhl und fielen auf die Seite, was mir nicht viel ausmachte, Evi allerdings schon. Irgendwann in den nächsten Tagen zeigte sie mir Ihr Bein: Ein runder blauer Fleck, 5 cm weiter ein sternförmiger blauer Fleck, dann wieder ein runder blauer Fleck, ein sternförmiger blauer Fleck und so weiter. Das Ganze bis zum Knöchel. Und da soll man noch ernst bleiben...

Irgendwann stieg ich dann auch wieder bei Phantom Lord ein. Was ich da so durch die Wände des Übungsraums hörte (wir waren ja Nachbarn) gefiel mir immer schon gut, wurde aber immer sauberer gespielt, und als Karsten plötzlich nicht mehr bei Phantom Lord war, rief ich Winny an und sagte, ich wolle wieder mitmachen. Das Ganze lief ziemlich unspektakulär ab, ich kam einfach nur nach Hause. Keine großen Szenen, kein Gewöhnen an ein neues Mitglied, irgendwie war es so, als wäre ich nie weg gewesen. Natürlich musst auch ich Winnys berühmten Initiationsritus im Perlohner Keller überstehen. Winny hatte damals die Angewohnheit, neue Bandmitglieder einem Starfightertest zu unterziehen. Michi hatte den Test bereits vier Monate zuvor ohne größere Blessuren überstanden und legte die Latte für mich ziemlich hoch. Ich habe sie natürlich voll gerissen. Ein Starfighter ist ekliges, grünes Getränk mit ziemlich viel Alkohol drin. Enthaltn sind, soviel krieg ich noch zusammen, Vodka, Escorial grün, Blue Bols und ca. 2cl Apfelsaft, um das Getränk auf 0,2 Liter aufzublasen. Da ich nun wieder in der Band war, stand noch der Starfightertest aus. Ich habe den Test nicht bestanden, soviel sei gesagt. Ca. 30 Sekunden nach Trinkende war der Starfighter wieder da. In 30 Sekunden schafft es kein Mensch auf die Toilette, das ist klar. Ich schaffte es nicht mal, aufzustehen. Und natürlich war es wieder Evi, die so ziemlich alles, was nicht auf dem sehr kleinen Tisch liegen blieb, mit ihrer Hose auffangen durfte.

So viel Neues war ja ohnehin für mich nicht vorhanden. Ich hatte den Jungs bereits zwei Demos aufgenommen, wusste also, was gespielt wird, Winny ist einer meiner ältesten und besten Freunde (trotz eines kurzen zweimonatigen Zerwürfnisses), Michi kannte ich ja zudem schon von den diversen Sumpfabenden und den Blubbi sogar noch länger als den Winny. Damals, als ich noch in die Schule ging, trafen wir Rosenheimer Metaller uns immer im Riedergarten, um gemeinsam die Zeit bis zum Bus nach Hause zu vertreiben, Bier zu schütten, über Metal zu reden und einfach eine gute Zeit zu haben. Das war alles noch vor Phantom Lord, und von vielen der Gestalten, die damals, wie ich, ihre Jugend verschwendeten, weiß ich heute nicht mehr, was sie so treiben. Wahrscheinlich sind das heute alles wohlbeleibte und haarlose Familienväter mit dickem Auto, einer noch dickeren Frau und einer fetten Midlife-Crisis.

Blubbi war damals auch immer bei uns und war oftmals Zielscheibe von manch Hohn und Spott, was vor allem an seinem eher unproportioniertem Äußeren lag, welches an anderer Stelle bereits sehr ausführlich beschrieben wurde. Er nahm die Spöttereien allerdings immer ganz cool hin, war keinem besonders beleidigt oder sauer und wuchs so zum einen ständig in die Höhe, zum anderen auch mehr und mehr in unsere Clique hinein. In der Zeit meiner Münchner Wanderjahre hat Winny ihn dann als Schlagzeuger eingestellt und das klappte eigentlich ganz gut. Blubbi spielte zwar nicht weltmeisterlich, vor allem seine unüberhörbaren Timingschwankungen, sein variantenloses und gleichförmiges Spiel, seine sehr - sagen wir mal - interessanten und immer neuen Tomläufe an der gleichen Stelle eines Liedes und seine mangelnde Technik konnten schon etwas nerven, wären aber mit viel Übung und klugem Arrangement durchaus gewinnbringend in die Songs einzuarbeiten gewesen.

Warum es mit Blubbi sehr schnell nicht mehr klappte, lag vor allem an seiner Attitüde. Zum einen kam er ständig zu spät zum Üben, was ja an und für sich kein Problem ist, wenn es auf der Arbeit etwas länger dauert. Wir sind ja keine Profis und können unsere Zeit ohne Blubbi auch ganz gut so verbringen. Aber dass er niemals anrief, wenn es etwas länger dauerte, das nervte dann schon. Wir saßen in der Kaltenmühle und ärgerten uns eigentlich permanent darüber, wo nun die Lichtgestalt schon wieder bleibt und was ihm einfällt und so weiter. Zum anderen war er, wenn er da war, ständig am Klopfen und spielte sämtliche Pausen, die wir benötigten, um etwas zu besprechen oder zu arrangieren, ohne mit der Wimper zu zucken komplett zu. Du konntest kein normales Wort miteinander wechseln, ohne dass nicht von hinten das Schlagzeug losbrach. Nun sind wir ja eigentlich geduldige und friedliebende Menschen. Blubbi war unser Bandkollege, wir hatten sonst nichts gegen ihn, es war, bis auf die zwei genannten Dinge, eigentlich kein Grund, ihn rauszuschmeißen. Also probierten wir es im Guten und versuchten diverse erzieherische Tricks, um die paar Geringfügigkeiten an seinem Verhalten in eine Richtung zu entwickeln, in denen eine geordnete Zusammenarbeit in der Band erst möglich gemacht wird. Leider reagierte Blubbi eher verstockt auf unsere Bitten, doch einfach nur anzurufen, wenn er sich verspätet und in den Pausen das Gekloppe sein zu lassen. Es änderte sich genau Null. Der Hauptgrund für das Zerwürfnis mit Blubbi war dann, dass er am Schluss von zehn mal Üben vieleicht einmal aufkreuzte, und da auch noch zu spät. Er war damals die Karriereleiter bei McDagoberts ziemlich schnell hochgeklettert und war von seinem Chef immer wieder zu irgendwelchen dubiosen Feuerwehreinsätzen abkommandiert worden, so sagte er zumindest. Wir beschlossen irgendwann, dass eine Metalband ohne Schlagzeuger, oder mit einem, der nur alle zweieinhalb Monate aufkreuzt, nicht wirklich funktioniert. Nach einem dreiviertel Jahr waren wir deshalb alle so genervt von der Situation, dass uns nichts anderes mehr übrig blieb, als ihn zu feuern.

Also saßen wir wieder in der Kaltenmühle rum und überlegten uns, wie es weitergehen sollte. Wenn man alles zusammenrechnet, dann hab wir in den sieben Jahren unseres Bestehens acht Leute bei Phantom Lord mitgespielt. Und das, obwohl die Band stellenweise nur aus zwei Leuten bestand. Aber mit Wolfi sollte sich das ändern. Mit ihm fanden wir eine optimierte Mischung aus Chaos, Spaß und Produktivität, die ein paar Jahre später durch den Einstieg von Holli noch verfeinert und verbesert, aber nicht mehr grundsätzlich geändert wurde. Man kann sagen: Erst mit Wolfis Aufnahme als Bandmitglied bekam Phantom Lord den Charakter, den sie noch heute haben. Fast wie bei einer gecasteten Boygroup, bei denen ein gewiefter Plattenchef versucht, möglichst viele unterschiedliche Charaktere zu einer Kapelle zusammenzupuzzeln, so besteht auch bei uns das Bandgefüge aus fünf verschiedenen Persönlichkeiten, die sich aber prima ergänzen. Mit dem Unterschied: Uns musste man nicht casten, wir haben uns selbst gefunden. Dafür leben wir auch länger als die durchschnittlich 6 Monate, die eine durch Fernsehserien wie Popstars zusammengeprokelte Band existiert. Und: Bei uns darf jeder sein Hemd anbehalten, was bei Boygroups ja einer immer ausziehen muss (oder er hat es vergessen, anzuziehen, was bei der geringen zerebralen Kapazität so mancher Teeniebeschaler auch eine wahrscheinliche Alternativbegründung sein kann). Mit Wolfi passt es einfach. Es gibt keine grundsätzlichen Animositäten mehr, keiner ist dem Anderen länger als fünf Minuten beleidigt (okay, bei Holli sind es hie und da auch gerne mal zehn Minuten) und wir haben musikalisch so viele notwendige Gemeinsamkeiten und Unterschiede, dass wir mittlerweile viele schöne und abwechslungsreiche Songs für unser Liveprogramm haben. Auch wenn wir sein Schlagzeugspiel immer mal wieder kritisch hinterfragen (natürlich laut und mit den geeigneten Worten im Übungsraum) und wenn seine HiHat-Arbeit deutlich verbesserungswürdig ist, bereichert uns Wolfi mit seinem Spiel und gibt jedem Song seinen eigenen Charakter.

Wolfi war mir damals über die Holler-Clique schon ein bisschen bekannt. Winy kannte Wolfi sogar schon länger. Wolfi erzählt, dass er früher schon mal bei Winny im Keller saß und mit ihm über die Band redete, aber da war Blubbi noch mit dabei. Irgendwann erinnerten wir uns daran, dass er uns einmal vor einigen Monaten im Stingray davon erzählt hatte, dass er jetzt auch Schlagzeug spielt und in Pang mit einer Band, die gerade im Entstehen war und noch keinen Namen hatte, im Jugendzentrum probte. Damals war ja Blubbi noch in der Band und so schenken wir dem Ganzen keine besondere Bedeutung. Wir sagten "Toll." und das Ganze war schon wieder fast vergessen. Nun, ohne Blubbi, kam diese kleine Episode wieder in unsere Erinnerung hochgekrochen. Wir beschlossen, es einfach mal zu versuchen und ihn zu fragen. Michi, der ohnehin fast im Stingray wohnte, erhielt den Auftrag, Wolfi mal zu fragen, ob er denn nicht Lust hätte, bei uns zu spielen. Wolfi dachte sich wohl: "Kann ja nicht schaden, sich das Ganze mal anzuhören" und sagte spontan zu und brachte sein Set zu uns in die Mühle (Allerdings mussten wir kurze Zeit danach wieder ausziehen, weil gerade das Dach repariert wurde. Also fanden die ersten Auditions im Hause seiner Eltern in seinem ehemaligen Kinderzimmer statt. Wolfi wohnte damals schon in Rosenheim, dort wäre aber eine entsprechende Lärmsession unmöglich gewesen, weswegen wir auf die Lösung in seinem Elternhaus ausweichen mussten. Aber egal, wir fuhren hin und nahmen noch einen Bass- und einen Gitarrenverstärker nebst zugehörigen Instrumenten mit, den wir mit viel Gefluche die Treppe in Wolfis Zimmer in den ersten Stock wuchteten und uns für die erste Session bereit machten.)

Was wir da zu hören bekamen, klang gar nicht mal schlecht. Zwar alles noch sehr einfach und ohne viel Schnörkel heruntergeklopft, so dass der unbedarfte Hörer zunächst einmal den Eindruck gewann: Der kann ja gar nichts. Da waren aber zwei Sachen, die mir damals auffielen und die mich dazu bewegten, den Wolfi als geeignet zu verteidigen:

Erstens konnte er geradeaus bis vier zählen. Das ist für einen Schlagzeuger das Wichtigste der Welt. Blubbis Schlagzeugbreaks, die wie weiland der legendäre Chris Witchhunter bei der 1 oder dreieinhalb anfingen und, statt auf der 4 oder der 8, auf der siebeneinhalb oder der dreizehndreiviertel aufhörten konnten einem schon gehörig auf den Zeiger gehen. Okay, wenn man solche Breaks als künstlerisches Element begreift, dies in die Songs einbaut und von da ab immer so macht, ist das durchaus okay, aber wenn der gleiche Break einmal so und einmal so gespielt wird, dann kann man damit nicht arbeiten.

Zweitens hatte es der Wolfi geschafft, trotzdem er erst seit ca. vier Jahren die Stöcke schwang und erst seit zwei Jahren Schlagzeuguntericht nahm, sich das notwendige Schlagzeug-Basiswissen von Grund auf anzuschaffen und erstmal wenig und einfach, dafür aber genau zu spielen. Nichts ist schlimmer, als Schlagzeuger, die sofort spielen wollen, wie Dave Lombardo oder Gene Hoglan. Da kommt nur uninspiriertes Geklopfe raus, siehe unsere erste Erfahrung mit dem Wutzhunter. Wolfi spielte gerade und relativ sauber, so dass darauf aufgebaut werden konnte.

So sagte ich in der Nachbesprechung zu Michi und Winny, dass ich es gerne aus den zwei genannten Gründen mit ihm trotz seiner erst 20 Jahre (okay, wir waren damals selbst erst 23 und 27 Jahre alt, aber in diesem Alter sind 7 Jahre Unterschied eine Menge Holz!) probieren würde, und bekam im Gegenzug den Auftrag, die Rhythmussektion zunächst mal alleine mit ihm aufzubauen und einzustimmen, damit wir dann auf höherem Niveau loslegen könnten. So übte ich die nächsten vier Wochen mit ihm Basistakte und Breakverhalten, trank dabei viel Bier und gewann zudem den Eindruck, dass Wolfi auch menschlich ganz gut zu uns passen würde. Er war zwar noch musikalisch sehr unbedarft, seine Kondition am Schlagzeug war auch noch nicht wirklich vorhanden (ich weiß noch, als er nach 10 Halbe Bier über den Toms lag und nach Luft hechelte, dabei war das die langsamste Nummer), auch sein Doublebassspiel war noch nicht so, wie es sein sollte, er lies sich aber auch etwas sagen, lernte schnell, hatte keine Allüren und bereits so viel Selbstbewusstsein, dass er den Übungsraum nach dem ersten gemeinsamen Abend mit Winny, Michi und mir nicht sofort heulend verlassen würde. So paste es mit Wolfi dann ziemlich schnell und er blieb ab sofort bei uns in der Kaltenmühle.

Die nächsten Wochen und Monate waren eine harte Prüfung für unseren Schlagzeugneuling. Zum einen musste er sich mit völlig neuen Songs und unseren nicht sehr gewöhnlichen Arrangements auseinander setzen. Da wir eigentlich keine richtige Aufnahme hatten und Wolfi damals noch keine Klopfvariationen zur Verfügung hatte, gestaltete sich das für beide Seiten etwas schwierig. Wir versuchten verzweifelt, ihm mit dem Mund vorzuschnalzen, was wir uns vorstellten ("Spiel doch mal Bumm-Tschak-BummBumm-Tschak-Badabadabadabadabumm-Tschak" - "Äh, wie nochmal?" - "Bumm-Tschak-BummBumm-Tschak-Badababadabadadabadabadabumm-Tschak" - "Äh, war das jetzt das Gleiche?"). So endeten die Probeabende immer wieder in lustigen Auseinandersetzungen, was nun da eigentlich gespielt werden sollte und Wolfi zweifelte sicher oft an seiner Entscheidung. Zum anderen waren da unsere Persönlichkeiten. Winny, Michi und ich kannten uns jetzt doch schon ein paar Jahre und waren dementsprechend aufeinander eingestellt. Unsere recht exaltierten Charakterzüge machten Wolfi gleich klar, dass er sich hier möglichst schnell sein durchaus vorhandenes Selbstbewusstsein zementieren und ausbauen müsste, damit er bei uns nicht untergeht. Das ist ihm durchaus gelungen. Die Diskussion über sein Schlagzeugspiel haben wir heute noch, wenngleich auf wesentlich höherem Niveau. Aber wir diskutieren ja auch ständig über Gitarrenspiel, Bassspiel und Gesang, weswegen ein einseitiges Wolfibashen hier unangebracht ist.

In den Jahren, in denen Wolfi nun bei der Band ist, hat er unseren Sound entscheidend mitgeprägt, indem er seinen völlig eigenen Stil entwickelte. Mirre, unser schwedischer Coverzeichner für Magma, schrieb mir einmal: "Wolfis Drumming is impressive", also einerseits beeindruckend, andererseits einzigartig. Legendär sind seine (von mir gerne) so genannten Wolfi-Breaks, die ich sonst bei keinem Schlagzeuger so gehört habe. Auf 10 Halbe Bier sind eine ganze Menge davon enthalten: Zwei 16tel Bassdrumschläge als Auftakt auf die 4, dann zwei Achtel Snaredrums als vierten Takt. Das spielt sonst kein Mensch. Ich ernte immer wieder von Holli ein Riesengelächter, wenn ich beim Weggehen auf irgend ein Lied, das gerade aus den Boxen schalt, den Wolfi-Break dazuklopfe und dazu schelmisch behaupte: "Wolfi-Breaks gehen definitiv immer". Besonders gut kommt das bei Liedern, die eigentlich überhaupt nicht dafür geeignet sind, totgeklopft zu werden, also Balladen und ähnlichen Kram.

Sehr beliebt ist es auch, unseren Schlagzeuger mit neuen Spitznamen zu beglücken. Im Laufe seiner Bandkarriere hat er eine beträchtliche Anzahl davon gesammelt. Ich habe mal eine Wette verloren, die lautete: Was gibt es mehr: Wolfi-Breaks bei 10 Halbe Bier oder Spitznamen unseres Schlagzeugers. Nach anstrengender Zählung kamen wir zu dem Ergebnis: 10 Halbe Bier enthält 18 Wlfi-Breaks, Wolfi selbst hat sich aber im Laufe der letzten 12 Jahre 20 Spitznamen erarbeitet.

Angefangen hat alles mit dem Namen "der Henson", abgeleitet von der amerikanischen Boygroup "The Hensons", das waren drei Brüder mit einem One-Hit-Wonder ("Mmmmmm-Bob"), die ebenfalls einen Einjährigen am Schlagzeug hatten. Auch die Tatsache, dass Wolfi von uns allen nicht nur der Jüngste (bis zu Hollis Einstieg), sondern auch der Kleinstgewachsene in der Band ist, zog schnell den Fokus der Namensgebung auf sich, diese Namen hielten sich aber nicht sehr lange, diese Tatsache heben wir lieber mit anderen Scherzen hervor. Als wir beispielsweise im November 2006 in Benning das Open Air auf dem Winterfest der Thunderbulls spielten, war die eigentliche Bühne ziemlich klein. Dazu kam, dass es junge Hunde und Katzen regnete, weswegen vor der Bühne knöcheltiefer Matsch war. Darum trugen wir beim Aufbauen unser Zeug gleich direkt auf die Bühne, was zwar ein bisschen eng war, aber in Anbetracht der Situation die beste Lösung. Irgendwann war die Bühne voll. Winny kam grad aus dem Anhänger mit Wolfis Fußmaschinen. Auf die Bühne wollte er sie nicht legen, sonst steigt noch wer drauf. Vor der Bühne war es zu matschig. Aber neben der Clubhütte stand ein ca. 1,70m hoher Stapel Europaletten zum Verheizen. Da legte er die Fußmaschinen ab und ging zurück zum Anhänger. Nach ca. zwei Metern machte er ein nachdenkliches Gesicht, drehte sich um, stellte sich wieder vor den Palettenstapel, ging tief in die Knie und überprüfte, ob Wolfi da überhaupt drankommt. Das Überprüfen gestaltete sich so, dass er wild und vergeblich mit den Armen nach oben ruderte, wie Scratch aus Ice Age der sich verzweifelt nach einer 5 cm zu hoch hängenden Eichel streckt. Michi, Holli und ich konnten danach 5 Minuten weder atmen noch arbeiten, Wolfi erfuhr erst später von diesem gelungenen Scherz und fand ihn gut. Gemein, aber gut.

Später dann wurde sein Schlagzeugspiel die Zielscheibe unserer Namensgebung. Jeder von uns verspielt sich in jedem Stück mindestens zehn Mal, Winny vergisst gerne mal seinen Text, aber all das kann man gut verbergen, da man in unserem Soundbrei ohnehin nicht jeden Fehler hört (nur die ganz brutalen) und da außer mir eh kein Mensch alle Texte kennt, fällt es nur mir auf, wenn Winny mal wieder irgendein phantasiereiches Gestopsel über Elfen, Zwerge und Coladosen lallt, anstatt die passende Lyrik ins Mikrophon zu schmettern. Wolfi allerdings kann Fehler und Verklopfungen nicht verstecken. Angesichts der Tatsache dass er sein Schlagzeug komplett triggert, kommen all seine Schläge gleichlaut und präzise über die Boxen in den Übungsraum geschmettert. Das Triggern hält leider gleich zwei Fehlerquellen in sich: Zum einen kann der Trigger ausfallen oder doppelt anschlagen, was sich völlig unkoordiniert anhört, zum anderen wird jeder noch so kleine Verklopfer unbarmherzig angezeigt. Wer weiß, wie der Hase läuft, der weiß auch, warum schlechte Schlagzeuger ihre Toms immer sehr leise drehen. Wolfi ist da leider chancenlos, weswegen manche seiner Tomläufe aufgrund der genannten Fehlerquelen sich eher desaströs anhören.

Holli machte mal nach einem sehr verqueren Rundlauf eine Geste, wie wenn jemand einen Eimer über dem Schlagzeug ausleert und sagte dazu "Ööööööh, Kartoffel!" Das Ganze mit einem Gesichtausdruck, der aussagen sollte: "Ich habe keine Ahnung, wie der Tomlauf geht, also schmeiße ich lieber einen Eimer Kartoffeln über die Kiste, dann klingt das besser." Seitdem heißt Wolfi auch "Kartoffel" und sein Schlagzeug "Die Kartoffelkiste". Ungefähr zur gleichen Zeit spielten wir in der Inntalhalle und unsere polnische Lichtfee kam zu mir, zeigte auf Wolfi und meinte: "Das ist der Rumpeli". Auf meinen fragenden Gesichtsausdruck erklärte sie mir: "Rumpeli ist polnisch für Schlagzeuger". Ich schmiss mich natürlich weg und erzählte es beim nächsten Proben sofort den anderen, woraufhin Wolfi mit staubtrockenem Gesichtsausdruck antwortete "Grumbli heißt Kartoffel auf ungarisch". Der Abend war natürlich gelaufen!

Um die Reihe der Namen komplett zu machen, gibt es da noch (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

  • Wofli (Ein Verschreiber von Schurl, der unser Inntalhallenvideo mit einem schönen Abspann versehen wollte.),
  • Klopfhunter,
  • Gebüschhunter (Er ist Landschaftsgärtnermeister),
  • Schimmelreiter (In den ersten Jahren spielte Wolfi in einer eigens dafür gekauften Turnhose, seiner Schlagzeughose. Die war nach dem Proben immer total durchgeschwitzt und sah, wenn Wolfi sie mal vergessen hatte, zum Waschen mitzunehmen, beim nächsten Proben ziemlich lustig aus, so mit Salzrändern auf dem dunklen Stoff. Michi war damals felsenfest der Meinung, dass dies Schimmel sein müsse, weil die Hose mutmaßlich nie gewaschen würde und daher ein eigenes Leben anfängt (Stimmt zwar nicht, aber so eine Idee fällt bei uns natürlich auf fruchtbaren Nährboden). Michi hatte ernsthaft Sorgen, dass er die Hose oder die Schuhe eines Tages in seiner Küche erwischt, wie sie sich eine Suppe kocht.
  • Ghostdrummer mit Phantomspeisung (Weil sich Wolfi in den ersten Jahren so gut wie nicht hinter dem Schlagzeug bewegte, nur die Arme schwangen wie wild in der Gegend rum. Ich habe mir mal das Dettendorf-Video im Schnellvorlauf angesehen. Wolfis Kopf und Rumpf waren so regungslos, das man seine Pickel zählen hätte können),
  • Der Graf von Aaaaaaah (Wolfi singt beim Schlagzeugspielen immer gerne mit, was wir erstmals bei der Aufnahmesession zu unserer CD "Rules" bemerkten. Das Mitsingen gestaltet sich aber eher wie der Schlussgeist bei der Ayinger Geisterbahn.) oder
  • Der Köpfchen (Hierbei ging es um die Frage, wohin wir unseren Bandbanner bei unseren Liveauftritten hängen. Ich meinte, dass man ihn hinter dem Schlagzeug nicht sieht, weil sich der Wolfi eh nicht bewegt. Winny meinte nur: "Ach geh, bei dem Köpfchen geht nicht viel verloren." Mittlerweile hat das Wort "Köpfchen" bei uns eine andere Bedeutung und meint "Totenschädel".)

Mit einem völligen Neuling am Schlagzeug standen uns nun zwei Jahre intensives Proben ins Haus, in denen wir uns völlig der Aufgabe widmeten, einen eigenen Sound zu finden, neue Songs zu schreiben und endlich zu einer Band zu werden. Erst jetzt, acht Jahre nach ihrer Gründung, wurden wir zu einer Band, die ihre Sache ernst nahm und versuchte, gut und besser zu werden. Wir gaben uns richtig Mühe, alle chaotischen Fäden aufzunehmen und zu einem funktionierensen Gefüge zusammenzusetzen. Wir alle strengten uns an, Phantom Lord zu einer richtigen Band zu machen, wir alle legten hohes Engagment in die neuen Songs und wir alle kamen jeden Donnerstag pünktlich zum Proben und freuten uns auf den Abend.

Nichts desto trotz kam auch der Spaß nicht zu kurz. Nach ca. einem halben Jahr gaben wir den Probenraum in der Kaltenmühle auf. Daxei, unser erster Ansprechpartner für alles, was wir nicht mehr brauchen, übernahm gerne den Übungsraum für uns. Wir hatten uns damals entschlossen, zu Michi in den Keller zu ziehen. Erstens sparten wir damit eine Menge Geld, denn die Kaltenmühle war wahnsinnig teuer, zweitens kam jeden Monat ein neues Gerücht auf die Welt, dass die Kaltenmühle in 6 Monaten für irgend ein dubioses Vorhaben renoviert werden sollte, drittens war die Butze im Winter einfach saukalt und ungemütlich und hatte vor allem keine Toilette, was kein Problem war, schließlich sind wir Männer, aber auch keinen Wasseranschluss, was durchaus ein Problem war, denn das Spülen der Maßkrüge gestaltete sich zu einem ernsthaften Problem.

Also zogen wir Anfang 1995 bei Michi in den Keller ein. Dort konnten wir einmal die Woche bis 22 Uhr proben und mussten nur den Strom und eine winzige Aufwandentschädigung zahlen, was uns sehr gelegen kam. Für mich hatte dieser Umzug noch einen ganz anderen Vorteil: Während der Wochenenden zog ich quasi bei Michi ein und wir verbrachten so über fast zwei Jahre jedes Wochenende miteinander. Das Ganze lief in etwa so ab. Donnerstag proben. Freitag es irgendwie in die Arbeit schaffen. (Ich besuchte ab 1996 wieder die Uni, diesmal deutlich ernsthafter, da aber an keiner Uni dieser Welt am Freitag irgendwas Aufsehen erregendes passiert, blieb ich praktischerweise gleich bei Michi und las in der Zeit, in der Michi arbeiten musste, meine Fachbücher). Freitag abend: Weggehen, meist in den Sumpf. Samstag nachmittags: Aufstehen und die lustigen Fernsehserien auf Nickelodeon angucken (Spongebob kennt ja heute jeder. Wir waren damals Fans der Vorgängerserien, die bereits den heutigen Spongebob-Humor in sich trugen, wie zum Beispiel Rockos modernes Leben, Rugrats, Catdog und natürlich die legendären Ren and Stimpy). Samstag abend dann wieder auf die Piste, meistens ins Stingray. Dort blieben wir, bis sie uns um 4 Uhr Früh rausschmissen, dann eventuell noch im Happy O mit Kurtl das Frühstück zusammen einnehmen. Sonntag nachmittag fuhr ich wieder zurück nach München, arbeitete dort noch in die Puppen für meine Fächer und ging dann so um drei Uhr früh ins Bett. Am Montag kroch ich dann immer als zombiehafte Gestalt in die Uni.

Aus dieser Zeit im Stingray existieren noch zwei besondere Episoden, die ich einfach nicht verschweigen kann: Erstens die Geschichte mit Ulli. Ulli war vor einigen Jahren mal eine Freundin von Michi gewesen. Sein Kommentar zu ihr heute: "Ich war jung und brauchte den Sex". Ulli war schon mit Anfang 20 so männlich, dass man schon zweimal hinsehen musste, um sie als Vertreterin der weiblichen Gattung zu identifizieren. Eine Tages waren wir wieder im Stingray und hatten unseren Spaß, als Ulli zu uns stieß. Michi und ich waren eher genervt von ihr und so waren wir verzweifelt auf der Suche nach einer Möglichkeit, wie wir diesen Koffer wieder diplomatisch loswerden konnten. Dann kam Winny und löste das Problem ganz undiplomatisch. Winny schaute nämlich nur einmal hin und dachte, Ulli sei ein Kerl, den er noch nicht kennt. Eigentlich wollte er nur freundlich sein, schlug ihr auf die Schulter und fragte sie völlig hintergedankenfrei: "He Alter, was geht ab mit die Weiber?" Ulli schaute Winny entsetzt an und verzog sich dann sehr schnell. Erst nach fünf Minuten konnten wir uns wieder vom Boden aufrappeln und den verdutzten Winny darüber aufklären, was er eigentlich gerade angestellt hatte.

Die zweite Episode begann damit, dass Michi im Stingray eine seiner Kontaktlinsen auf den Boden fiel. Zirka dreißig Minuten suchten wir mit brennenden Feuerzeugen nach der teuren Monatslinse und fanden sie zu meinem größten Erstaunen auch noch. Michi hielt die verstaubte und behaarte Linse ins Licht und beschloss, dass diese einer gründlichen Reinigung bedurfte, bevor es ihr wieder erlaubt sei, seinen Augapfel zu benetzen. So schwenkte er seine Haftschale fröhlich grinsend durch seine Goaß'nmass und befreite sie dadurch von Dreck und Staub. Gefühlte fünf Sekunden, nachdem er die nun chemisch reine Linse wieder in sein Auge verfrachtet hatte, sagte er mit blutunterlaufenem Auge zu mir "Toml, das war eine Scheißidee, wir müssen heim." Nun war guter Rat teuer, denn wir waren eigentlich beide schon so betrunken, dass wir unmöglich mit dem Auto fahren konnte. Alex, eine entfernte Bekannte aus Kufstein, bot uns an, uns nach Hause zu fahren, wenn sie dafür bei uns übernachten könnte. Eigentlich kein Problem. Ich schlief sonst immer auf einer Matratze, die wir einfach vor Michis Doppelbett legten. An dem Abend legte Michi sich aber selbst auf die Matratze und war weder durch gutes Zureden noch durch Androhung von Schlägen dazu zu bewegen, die Matratze wieder zu verlassen. So musste ich die Nacht mit Alex im Doppelbett verbringen, die sich alle erdenkliche Mühe gab, mich anzubaggern. Obwohl Alex sehr gut aussieht, hatte ich keinerlei Lust auf einen One-Night-Stand (ich glaube, ich hatte zu dieser Zeit eine Freundin) und wies all Ihre Avancen barsch ab. Michi beömmelte sich derweil auf seiner Matratze und freute sich diebisch über meine Probleme der besonderen Art.

Nichts desto trotz waren die Wochenenden bei Michi einfach geil und es kam viel legendärer Schwachfug dabei raus. Angefangen bei unseren leckeren Ernährungsarten. Praktisch jeden Samstag gab es unser Spezialbaguette mit Frischkäse, Ketchup und Zwiebeln. Vielevielevieleviele Zwiebeln. Außerdem entwickelten wir viele lustige Spiele wie "Der feuchte Bims" (jemanden auf die Frage hin "Magst einen feuchten Bims" den angelutschten Finger ins Ohr stecken.) oder "Fang die Beule", was wir noch heute spielen. Das Spiel geht so: Der eine Mitspieler streckt die Hand aus und hält sie dem Anderen vor die Nase. Dieser Andere produziert mit Hilfe seiner Zunge möglichst zufällig und nicht vorhersehbar Beulen auf seinen Backen. Man fängt die Beule, indem man mit der ausgestreckten Hand danach schlägt. Trifft man die Beule, darf man nochmal fangen. Verfehlt man, darf der andere fangen. Mittlerweile sind Michi und ich in diesem Spiel so geübt, dass wir nach dem Spiel ohne geschwollene Backen mit Streifen drauf die Arena verlassen können. Als wir es letztes Jahr auf dem Summerbreeze spielten, waren wir flugs von einer Horde ungläubiger Zuschauer umzingelt, die mit großen Augen das Schauspiel bestaunten. Wir hatten unseren ureigenen Spaß dabei.

Dann hatten wir irgendwann die Idee, dass wir zu zweit als Akustikduo mit absolut nicht jugendfreien Texten auftreten könnten. So entstanden die Stümpfe, eine Band, die heute noch einen legendären Ruf in der Szene hat. Lieder wie Frau Radlmeier, Da Columbo, As Bluadsgschiß, Der Bordellbesuch, Ein Liebes Lied und natürlich Wüstes Arabien werden auch heute noch von uns verlangt, wenn wir unterwegs sind und irgendwo eine Akustikgitarre herumsteht. Das Ganze hielt über zwei Jahre und wurde eigentlich nur dadurch beendet, dass wir uns zeitgleich eine Freundin zulegten und so die Wochenenden anderweitig verplant waren. Außerdem musste ich irgendwann mein Vordiplom schreiben, da ging das mit den durchfeierten Wochenenden einfach nicht mehr. Es war aber trotzdem eine sehr lustige Zeit, die ich heute um keine Preis der Welt missen möchte. Michi und ich verstanden und verstehen und glänzend, haben den gleichen Humor und können ohne Probleme tagelang ohne größere Probleme durchblödeln.

Die Jahre von 1994 bis 1996 verbrachten wir völlig abgeschottet von der Außenwelt im Proberaum und wuchsen durch viel Fleiß und Anstrengung zu einer richtigen Band zusammen. Nun konnten wir es endlich wagen, auf die Bühne zu gehen und unser Können einem größeren Publikum zu präsentieren.

Bild von Winny

Der Hauptgrund für das zerwürfnis mit dem Blubbi war das er am Schluss von 10 x Üben vieleicht einmal aufkreuzte, und da noch zu Spät, Weil er ja Karriere bei MC Donalds machen musste und wir dann sagten, eine Metalband ohne Schlagzeuger, oder mit einem der nur alle 2 1/2 Monate aufkreuzt, funktioniert nicht. Und Evis Pilsunfall war im Paulaner Fassl in das es uns glaube ich im Fasching hinverschlagen hatte.
Frohes Schaffen Gruß Winny

Bild von Toml

Hi Winny,

merci. Das mit Blubbi setz ich noch rein. Allerdings werd ich Evis Pilsunfall im Sumpf lasen und die Umsetzung unter der Rubrik "Künstlerische Freiheit" einordnen. Jetzt noch eine Kneipe zu beschreiben, ist fast zu viel...

Bild von Wolfi

Hallo Toml
Ich habe mein Set aber gleich in die Mühle gestellt. Das bei meiner Mutter war nur eine Überganslösung für alle, weil wir nicht wußten wohin.
Zum anderen habe ich da schon in der Wallbergstraße gewohnt. Mein Set Stand nur da!
 
 

Bild von Toml

Hi Wolfi,

aber wir haben doch vier Wochen zu zweit bei Deinen Eltern Bass-Schlagzeugarbeit gemacht. Hast Du da Dein Gerödel wieder rübergetragen? Ich weiß schon noch gut, dass wir ein paar mal bei Deinen Eltern zu zweit geprobt hatten.

Bild von Wolfi

Hab dir ne mail geschickt von dem was ich noch weis, war bischen anders
Stay thinking about the Jear 1674

Bild von Toml

Hi Wolfi,

ich habs angepasst und entsprechend geändert. Merci.

Bild von Toml

Wolfi hat mir seine Info zu seinem Einstieg geschickt und ich habe den Text noch ein wenig weiter geschrieben. Irgendwann heute oder morgen wird er fertig, dann mache ich mich an Funfack, Helga und Magma.

Bild von Toml

So, jetzt habe ich Ulli und Alex auch noch die Ehre gegeben. Viel Spaß beim Lesen.

Bild von Michi

Ha ha ha ha ha, ich schmeiß mich weg, bin begeistert.
 
Stay  ha ha ha ha ha

Bild von Winny

Voll Geil die Story! War schon ne Lustige Zeit damals.