1993 - Monsters of Chiemgau
Unser erster Auftritt mit Phantom Lord war gleich mal ein echter Kracher: Das zweite Demo, was wir kurz davor mit Toml aufgenommen hatten, bescherte uns völlig unerwartet einen Auftritt auf dem 1993er Monsters of Chiemgau in Traunreuth. Und zwar als Vorgruppe von Sodom! Den ganzen Spaß hatten wir dem Heavy Bernd zu verdanken, weil der Hard und Heavy Shop in Rosenheim in die Organisation des Festivals involviert war, und der Bernd mich fragte, ob wir nicht Lust hätten, bei diesem Festival als Vorband von Sodom mitzuspielen. Lust? Mann, Alter, das war ja wohl die Erfüllung all unserer Träume!
Ja, da machte das Üben doch wieder Spaß, wenn man wusste wofür. Und das Geilste daran war, dass wir als vollkommen unbekannte Band, die noch nie Live gespielt hatte, zumindest nicht unter diesem Namen und in dieser Besetzung, nicht mal als Opener auftreten mussten, sondern in der Mitte des Sets platziert waren. Offensichtlich war das Demo das wir extra zu diesem Zweck aufgenommen hatten besser, als wir gehofft hatten. Wir spielten direkt vor Belphegor, die heute auch schon ein bisschen bekannter sind, und kamen uns dementsprechend schon vor wie die Superstars.
Froh gelaunt luden wir unseren ganzen Verstärkerkram in den gammeligen Opel Kadett Kombi, den ich als Firmenwagen Zuhause stehen hatte. Ausgerüstet mit einer ausreichenden Menge an billigen Barackenwhiskey und Cola, und genügend anderen lustigen alkoholischen Getränken, fuhren wir dann an einem sonnigen Samstag Vormittag gen Traunreuth. Nach der kurzen Fahrt, ich holte aus dem windigen Bauernopel natürlich raus, was rauszuholen war, anders kannte die Karre es ja auch nicht, trafen wir bester Laune, mit lautem Hallo und schon ein bisschen angeheitert nach kurzer Suche, denn Navigationsgeräte für Autos waren zu der Zeit, glaube ich, noch nicht mal erfunden, an dem Festivalgelände ein. Ein Parkplatz hinter der beeindruckend großen Bühne war schnell gefunden, und so machten wir uns unter lautem Krakeelen im Backstagebereich breit.
Wir lernten sehr schnell viele lustige Zeitgenossen, die auch unsere Vorliebe für Alkoholhaltige Getränke jedweder Art teilten, kennen und hatten in der Wartezeit auf unseren Auftritt garantiert keine Langeweile. Sehr schnell hatten sich ein Campingtisch und Spielkarten gefunden und sich eine Illustre Watterrunde zusammengefunden die mit lautem Gegröle und lautem Ausschaffen ("3, 4, 5, Spui aus") der Örtlichkeit bald den Flair eines Bierfestes verpasste. Mit unserm, selbst in diesem Umfeld etwas auffälligen Auftreten hatten wir schnell die gesamte Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf uns gezogen. Selbst Sodom wagte sich aus ihrem Kabäuschen um zu schauen was zum Teufel da draußen denn eigentlich los war. Mit denen sollten wir noch einen sehr lustigen Tag verbringen, vor allem mit dem Sodom-Drummer Steif, der bei der Gelegenheit gleich mal Nachhilfe in der Bayrischen Kultur bekam.
Aber ich greife vor. Erst wartete noch der Soundcheck auf uns. Wir schleppten also unsere Verstärker auf die Bühne, die so Riesig war, dass man sich beinahe schon etwas verloren vorkam. Wir bauten unseren Krempel auf, und dann konnten wir auch schon loslegen. Ich konnte es nicht lassen, mir den Spaß zu erlauben, meinen Laney-Verstärker auf Stufe 5 aufzudrehen, und grinsend dabei zuzusehen wie sich der Mischer nach meinem ersten Griff in die Saiten fluchend die Kopfhörer von der Birne riss. "Ja, bist du denn komplett verrückt geworden, du musst das Gelände doch nicht alleine Beschallen, dreh das Ding leiser" herrschte er mich wütend an. Und feixend fragte ich mit aller Scheinheiligkeit, zu der ich fähig war "Ach, is des z'laut? I hätt gmoant des basst a so..." und er murmelte nur so etwas wie "Scheiß Landeier, Gehörtote Metaller, immer das selbe mit diesen Wahnsinnigen". Der Rest der Band, die dann doch so etwas wie Lampenfieber gepackt zu haben schien, schaute mich nur groß an und schüttelte verlegen mit dem Kopf. Aber nachdem wir das Ganze mit ein bisschen Ernst angingen war der Soundcheck dann auch schnell über die Bühne gebracht, und wir konnten uns endlich wieder der Innenbefeuchtung widmen. Was bei gefühlten 40° C im Schatten auch eine wichtige Sache war, denn man wollte ja nicht womöglich noch unter Dehydration leiden. Wir verzogen uns dann auch mal in die Sportgaststätte, die den Kernbereich des Backstagebereichs bildete. Dort schoben wir uns erst mal was zu Futtern hinter die Kiemen damit wir auch genügend Unterlage im Magen hatten, denn der Tag versprach, noch sehr Alkoholisch zu werden.
In dieser Dorfkaschemme lernten wir auch die Jungs von K.R.A.M.G. kennen mit denen wir an diesem Tag noch viel Spaß hatten. Einer der Gitarristen dieser Band, der Georg, war ein richtiger Maustotschmatzer wie der Niederbayer so blumig sagt. Der Typ war die Schau! Mit einem berggroßen Selbstbewusstsein, und einem noch größeren Wortschatz an lustigen Sprüchen, unterhielt er schon vor unserem Eintreffen alle Anwesenden. Praktisch, da hatte ich auch mal die Gelegenheit mich hinzusetzen und einfach nur zuzuhören, denn normalerweise bin ich ja derjenige, der eine laue Party auf Trab bringt und mit fortschreitender Alkoholisierung dann irgendwann den Part des Alleinunterhalters übernimmt, zumindest wenn der Toml nicht dabei ist. Denn wenn wir zu zweit sind, dann sind wir ein Duo Infernale. In uns hatte er schnell ebenbürtige Mitstreiter gefunden, so dass nach kürzester Zeit, die Bude einem johlendem Tollhaus glich, und die meisten, sich den Bauch vor lachen haltend, entweder auf dem Boden knieten oder lagen. Am lustigsten war jedoch wie wir versuchten den Ruhrpottbewohnern Steif und Andi von Sodom Österreicherwitze beizubringen. Einer erzählte einen, und der andere versuchte unter dem Gejohle der Anwesenden den Witz ins Hochdeutsche zu Übersetzen.
Dem Onkel Tom hingegen, konnte man kaum etwas neues erzählen. Er kannte die meisten der Witze schon, nur eben auf Bewohner anderer Bundesländer gemünzt. Er meinte sie würden sich bei Ihnen droben genau die selben Jokes erzählen, nur dass statt der Österreicher Ostfriesen, Westfalen, Hessen und andere Randgruppen die Hauptrolle spielen. Die Stimmung in der Bude wurde indes immer ausgelassener, und erinnerte eigentlich nicht mehr an den Backstagebereich bei einem Metalkonzert, sonder eher an ein Bierzelt auf dem Oktoberfest, inklusive Bierlieder und Gegröle. Wer weiß, vielleicht waren wir es ja, die Onkel Tom zu seinen Trinkerlieder-CDs inspiriert haben.
Dann, nachdem schon ein paar Bands gespielt hatten, nahte für uns auch schon der Zeitpunkt unseres Auftritts. Die Aufregung, die bei einzelnen unserer Bandmitglieder so schön langsam aufkam, steigerte sich von Minute zu Minute. Dann war es endlich soweit: der erste Auftritt von Phantom Lord in kompletter Besetzung. Mit Bass, Schlagzeug, zwei Gitarren und allem was so dazugehörte. Endlich konnten wir mal zeigen, was wir so drauf haben. Mit Commision: Paradise eröffneten wir unser Programm, und rissen die versammelte metallische Gemeinde, die vorher eher gelangweilt in der Gegend rumsaß, ziemlich schnell aus ihrer Lethargie. Was wir spielten gefiel offensichtlich, denn vor der Bühne versammelten sich immer mehr langhaarige Gestalten, die zumindest interessiert das Geschehen auf der Bühne verfolgten. Zur Erklärung muss ich sagen, dass der Metalfan an sich bei neuen Bands, die er zuvor noch nie gehört hat ein eher reserviertes Verhalten an den Tag legt. Man kann als Newcomer nicht davon ausgehen, dass man das Auditorium sofort beim ersten Song zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Wenn man es schafft sie dazu zu bringen, nicht mehr wie Hypnotisiert in ihr Bierglas zu starren, oder sich nicht mehr demonstrativ schlafend zu stellen, wenn gerade nicht ihre Lieblingsband spielt und es hinkriegt, dass man nicht mit totaler Ignoranz gestraft wird, dann hat man schon fast gewonnen. Ich kenne das, denn ich selbst reagiere, wenn ich im Publikum stehe, nicht viel anders. Am schlimmsten sind Musiker im Publikum, vor allem wenn komplette Bands anwesend sind. Das sind eine ganz eigene Spezies von Konzertbesuchern. Man erkennt sie sofort, wenn sie in kleinen Gruppen zusammenstehen mit vor der Brust verschränkten Armen, und das Geschehen auf der Bühne mit einer Mischung aus Herablassung und abgrundtiefer Verachtung verfolgen. Dem aufmerksamen Betrachter wird nicht entgehen, wie sich diese Gattung von Zuschauern immer wieder mit seitlich vor das Gesicht gehaltener Hand zum Nebenmann hinüberbeugt um ihm irgendwelche Kritik an dem Geschehen auf der Bühne zuzurufen. Was sich ungefähr so gestaltet: "Mei, was schpuin denn de für an Scheiß z'am, der Bassist is ja total aus da Rhytmusline herausdn, der Schlogzeiga herd si ja o wia a Sog Katoffen üba d'Kellatrebbn obi, und de Gitarrisdn kinnan ja gar nix, de dadn mir ja an'd Wand schpuin wia ses brauchan. Und übahaupts san mia eh'de Bestn usw. etc. pp." Woher ich das so gut weiß? Aus eigener Erfahrung, schließlich spiele ich ja in einer Band, und war auch schon auf einigen Konzerten. Und ich muss zu meiner Schande gestehen: wir sind nicht anders, wahrscheinlich sogar noch schlimmer. Fakt ist: 75% der Besucher eines Rock oder Metalkonzertes spielen ein Instrument, und gut 50% in einer eigenen Band. Das macht den Metaller sehr viel kritischer als den Popfan, dem man ja fast jeden noch so simplen Scheiß andrehen kann, Hauptsache ein permanentes Bumm, Bumm, Bumm läuft stoisch durch das ganze Lied, so dass man gut darauf Tanzen kann, und der Refrain ist so simpel dass ihn sich jeder noch so unbegabte Idiot merken und mitsingen kann. Dafür hat man, wenn man es mal geschafft hat die Leute für sich zu begeistern, ein wesentlich treueres und fanatischeres Publikum als diese Poptypen, nach denen ein halbes Jahr nach dem letzten Hit meistens kein Hahn mehr kräht.
Aber nun beenden wir diese kleine Metalkunde, und wenden und wieder dem Geschehen auf der Bühne zu. Wir hatten das erste Lied glaube ich ohne größere Katastrophen über die Bühne gebracht, und es war nun Zeit für die erste Ansage. Wir hatten uns wirklich professionell vorbereitet, und sogar die Ansagen miteinander ausgearbeitet, aufgeschrieben und Auswendig gelernt. Das Problem an der ganzen Sache war nur, dass der ursprüngliche Auftrittsort nicht Traunreuth, sondern Traunstein war. Nach Traunreuth wurde das Festival ein paar Wochen vorher, relativ kurzfristig, verlegt, doch ich hatte monatelang meinen Text schon in meine Rübe gepaukt, um ja nichts zu vergessen, oder falsch zu sagen. Und so kam es wie es kommen musste: Mit einem fröhlichen "Hallo, Traunstein" begrüßte ich das versammelte Auditorium. Fragende Blicke von unten, und von der Seite von meinen Bandkameraden, bis ich merkte was ich gerade gesagt hatte. "ÄÄööööööööhhmmmm, Traunreuth" wollte ich sagen, versuchte ich mich noch zu verbessern, aber es war schon zu spät! Scheiße!!! genau das wollte ich mit der ganzen Auswendiglernerei ja vermeiden, dass ich mich hier zum Horst mache. Schallendes Gelächter brandete mir entgegen, und tapfer versuchte ich von der Ansage noch zu retten, was zu retten war. Aber im großen und ganzen war es dann doch nicht so schlimm wie ich anfangs befürchtet hatte. Im Gegenteil glaube ich, dass ich damit die Stimmung sogar verbessert habe, somit schiss ich auf das ganze einstudierte Gedöns das ich vorbereitet hatte, und laberte bei den Ansagen einfach, was mir gerade einfiel.
Das war mir eine Lehre, danach habe ich nie wieder auch nur einmal die Ansagen vorhergeplant.
Die nächsten Songs liefen eigentlich recht gut,und ich lockerte die Zeit zwischen den einzelnen Stücken immer wieder durch lustige Erzählungen oder bissige Bemerkungen in Richtung meiner Bandkollegen auf was diesen, glaube ich, gar nicht mal so gefiel, dem Publikum dafür um so besser. Zumindest der Karsten und der Blubbi, beim Michi kann ich es nicht so genau sagen, waren nämlich vor Lampenfieber so nervös wie Chihuahuas im Tigerkäfig, und das Letzte was sie gebrauchen konnten, war jemand der sie permanent verarschte.
Dann kam der Song Phantom Lord. Der lief eigentlich wie geschmiert, und die Menge ging wirklich gut mit, bis genau am beschissenst möglichen Zeitpunkt etwas passierte, das uns allen immer noch ein Rätsel ist. Genau beim Akustikteil sprang das dämliche Tremolo von Michis Gitarre auf einer Seite aus der Aufhängung. Wie sich der leise, melancholische Teil des Stückes angehört hat, kann sich ja wohl jeder vorstellen, wenn man bedenkt, das die gesamte Saitenbefestigung um gut einen Zentimeter schief hing. Das ist vorher noch nie passiert und auch nachher nie wieder, egal wie rüde man mit dem Ding auch umgegangen ist. Und da ich diese Gitarre dem Michi später abgekauft habe, und immer noch spiele, (ihm hat die Farbe nicht mehr gefallen, gut für mich, denn so kam ich wenigstens mal an eine anständige Klampfe) und schon von der Statur nicht gerade der Feinmotoriker vor dem Herrn bin, hat das Ding seitdem schon einiges aushalten müssen. Der Michi schaute verdutzt drein, schaute nach rechts zu mir, ob ich denn so falsch dazwischenklampfe, aber ich hob nur meine Hände auf um zu beweisen dass ich vollkommen unbeteiligt an der Erzeugung dieser plombenziehenden Disharmonien bin, denn man hätte glauben mögen der Walter hätte sich hinter die Bühne geschlichen, hätte seine Seuchengitarre irgendwo geheim mit angeschlossen, um uns aus Rache für seinen Rauswurf den Auftritt zu versauen. Michi schaute verzweifelt auf seine Gitarre, und fragte sich schätzungsweise, wie sich eine Gitarre bei konstanten Temperaturverhältnissen innerhalb von 3 Sekunden so unglaublich verstimmen kann, denn das ausgehakte Tremolo ist ihm nicht aufgefallen, und ich bemerkte dass die Verwirrung in seinem Gesicht langsam dem Ausdruck kalter Wut wich. Ich übernahm den angefangenen Akustikpart, obwohl ich mit akustisch spielen überhaupt keinen Vertrag habe, und brachte das Lied mehr schlecht als recht zu Ende. Es ist nämlich beschissen schwer, während des Gesangs, plötzlich auf die schnelle einen Gitarrenpart zu spielen den man eigentlich nie spielt und auch nicht richtig kann. Der Michi versuchte in der Zwischenzeit, seine Gitarre wieder zu stimmen, was sich wegen des schiefen Tremolos aber als unmöglich gestaltete. Der wütende Gesichtsausdruck in seinem Gesicht verwandelte sich inzwischen in blanken Hass, und ich glaubte schon, jetzt haut er das Teil um den nächsten Verstärker, nur gut dass mein Laney weit von ihm weg stand.
Mühsam beherrscht tauschte er seine Klampfe mit seiner Ersatzgitarre, die aber anscheinend irgendjemand in die pralle Sonne gestellt hatte, und deswegen ebenfalls verstimmt war. Missmutig bat er das Publikum um ein bisschen Geduld, weil er das Teil noch schnell stimmen musste. Ich stand vor der Aufgabe, mir irgendeinen Scheiß aus den Fingern zu saugen den ich inzwischen erzählen konnte, um das Publikum bei Laune zu halten. Mangels recht viel anderer Ideen, ging ich schnell dazu über, den Stimmvorgang für die Zuschauer zu kommentieren. Mit lustigen Sprüchen wie: "Host as jetz' dann boid? Dawei mach i ja ana doadn Frau a Kind" oder "Ja, wenn unser Herr Leadgittarist dann irgenwann amoi mitm Stimma fertig is, dann kannt ma a wieder weiterschpuin..." und was mir sonst noch an Unsinn auf die Schnelle eingefallen ist. Diese fröhlich-zynische Moderation seiner mit ziemlich verkniffenem Gesichtsausdruck verrichteten Gitarrenstimmerei trug natürlich auch nicht gerade zur Verbesserung seiner Laune bei, und wenn Blicke töten könnten, währe ich wahrscheinlich an Ort und Stelle wie vom Blitz erschlagen Tot umgefallen. Dem Publikum indes, und das war ja Sinn und Zweck der ganzen Sache, gefiel die Dummdaherrederei anscheinend sehr gut, denn die meisten lachten sich drüber die Hucke krumm. Heutzutage macht dem Michi so was überhaupt nichts mehr aus, und der Rest der Band kennt es auch nicht anders, als dass man sich Live gegenseitig verarscht. Ich glaube jeder von uns würde sich Heute eher wegen Nichtbeachtung beschweren, oder fragen ob man ihm beleidigt sei, wenn er nicht verscheißert wird.
Was auch ziemlich lustig war und hier auch unbedingt erwähnt werden muss, war natürlich wieder der Daxei. der stand auch im Publikum und fröhnte dem Alkohol natürlich noch mehr als wir. Er fiel auch schon vor unserem Auftritt durch lautes Krakeelen, saublöd daherreden, und alkoholbedingt natürlich durch permanentes Herumfegen und Streitsuchen auf. Als Musiker trieb er natürlich das schon vorher erwähnte typische Verhalten von Musikern im Publikum auf den Höhepunkt, da er bei allen Bands vor uns schon in jeder Songpause Dumme Sprüche auf die Bühne rief. Mich wunderte es eigentlich, dass keiner von den anderen Bands von der Bühne sprang und ihm eine auflegte. Als wir dann spielten kam er natürlich in Hochform. Ich lies ihn mal ein bisschen reden, um dann auf der Bühne mit voller Kraft ins Micro zu brüllen: "Daxei halt's Mei! sonst häng I di mitm Kragn an nächsten Baam aufi!". Wie vom Donner gerührt, erstarrte er unten im Publikum, und die Ganze Menge brach in schallendes Gelächter aus weil alle genau mitbekommen hatten, wer gemeint war. Da hatten wir dann für den Rest des Auftrittes unsere Ruhe.
Was ich offensichtlich auch noch erwähnen muss, sonst lassen mich meine Kollegen ja doch nicht in Ruhe, war mein Outfit. Da an diesem Tag, wie schon erwähnt, annähernd tropische Temperaturen herrschten, dachte ich mir: Auch du bist cool, spielst du halt ohne T-Shirt. Dazu muss ich für die Leser dieser Geschichten, die mich nicht kennen, erwähnen, dass ich nicht gerade anorektisch anzusehen bin und meine durchaus reichlich vorhandene Bauchmuskulatur unter meinem körpereigenen Vorrat für schlechte Zeiten verberge. Ich war damals mit so 92-95 kg noch nicht wirklich dick, und bei einem Brustumfang von 122cm ist ein Bauchumfang von unter 100 cm meiner Meinung nach auch noch normal proportioniert, aber definitiv weit von den augezehrt wirkenden Sängertypen entfernt, die sonst ihre schwindsüchtigen Astralkörper dem kreischenden Weibsvolk darbieten, (vielleicht wird dadurch der weibliche Mutterinstinkt angesprochen, der Frauen auch dazu zwingt, jedes halbkrepierte Vieh, das sie auf der Straße finden, mit nach Hause zu nehmen, das unsereines gnädigerweise von seinen Leiden erlösen würde, und mit Essen vollzustopfen, bis es nicht mehr an Hunger oder Altersschwäche, sondern an Verfettung eingeht.) und ein Bild des Elends abgeben, das man sonst nur auf Plakaten für Brot für die Welt sieht.
Jedenfalls geht das Objektiv einer Videokamera mit den für das Überleben in der freien Wildnis, von der Natur eigentlich genetisch überlegen konstruierten Vertretern der Gattung "besserer Nahrungsverwerter" ziemlich ungerecht um. Beim Betrachten des Videos, das ein Kumpel freundlicherweise aufgenommen hat, gingen natürlich die "Rettet die Wale"-Sprüche sehr bald los und ich dachte mir, so dick, wie das auf dem Video aussieht, bin ich doch gar nicht. Aber lassen wir das mit oben ohne spielen auf Konzerten in Zukunft wohl aus Gründen der Optik besser sein.
Wir spielten dann noch ein paar Songs, und das Publikum ging immer besser mit. Alles in allem war es ein super Konzert mit einem großartigen Publikum, das zum Schluss raus immer besser mitging. Es hätte gerne noch ein bisschen länger dauern können. Aber wie immer wenn etwas Spaß macht, muss man irgendwann mal aufhören. Soviel Spielzeit bekommt man als Vorgruppe ohnehin nicht, und der Rest lief dann eigentlich ohne Probleme ab. Nach einer Zugabe, Black Thunder, hatten wir unsere Spielzeit dann sowieso schon überzogen und mussten uns mit dem Abbauen ein bisschen beeilen.
Fazit war, wir hatten es geschafft trotz kleiner Probleme einen anständigen Gig abzuliefern, und mehr als nur einen Achtungserfolg zu erzielen. Die Zuschauer waren begeistert, und auch die anderen Bands wahren von uns schwer beeindruckt. Recht viel besser hätte es nicht laufen können, wenn man bedenkt, das wir zwar schon alle unseren Kram soweit wie nötig beherrschten, aber nun doch alles andere als alte Stageprofis waren. Schließlich war es unser erster richtiger Auftritt als Band.
Einer der Sänger der anderen Bands wollte bei mir sogar Gesangsunterricht nehmen. Das Problem war, das ich eigentlich von des Technik beim Singen nicht viel Ahnung hatte, ich machte einfach alles aus dem Bauch raus, und der Rest ist mir einfach von Natur aus gegeben. Ich hätte auch nicht gewusst, was ich ihm hätte zeigen sollen. Ich meine, gewisse Grundvoraussetzungen sollten bei einem Sänger schon vorhanden sein. Das heißt: Ein Stimmvolumen von mehr als nur einer Oktave und eine Lunge, die es einem erlaubt, einen Ton zumindest 10 Sekunden zu halten ohne blaurot anzulaufen, oder sich anzuhören wie Darth Vader, wenn ihm einer die Batterie aus dem Anzug geklaut hat. Ein Schwein kann auch nicht fliegen, und wenn es auch noch so verbissen dafür übt, weil es einfach keine Flügel hat, oder anders formuliert: Keine Arme, keine Beine, keine Kekse!
Wenn also ein klarer verständlicher Gesang, wie er für Rock oder Powermetal unerlässlich ist, aus anatomischen Gründen nicht möglich ist, hat der betreffende Möchtegernshouter nur zwei Möglichkeiten: Entweder er lernt, wenn er es noch nicht kann, ein in der Band brauchbares Instrument, (also nicht Okarina, Maultrommel oder Oboe oder so 'nen Quatsch) und sucht sich einen Sänger der die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt, oder er wechselt den Musikstil in eine Richtung die seinen Möglichkeiten zur stimmlichen Artikulation entgegenkommt, also Black, Thrash, oder irgendein anderer Brüllmetal. Wobei das nicht abwertend zu verstehen ist, denn Brüllen tu' ich auch mal ganz gern, und die Mischung aus gebrülltem und normalen Gesang, machen wir schon seit 20 Jahren, also lange bevor es bei den neueren Bands populär geworden ist.
Dass wir nach dem Auftritt natürlich im Backstagebereich Party gemacht haben ohne Ende, braucht - glaube ich - nicht extra erwähnt werden. Sonst gibt's nicht mehr viel Besonderes von dem Tag zu erzählen, außer vielleicht, das dann später das Bier ausgegangen ist, und wir froh waren, das wir selbst so viel zum Saufen dabei hatten. Wir wollten die Jungs von Sodom noch dazu überreden mit nach Rosenheim ins Stingray zu fahren, aber die waren schon zu müde, und verzogen sich dann bald in ihr Hotel.
Alles in allem war es ein unvergessenes Erlebnis, und auf so einer riesigen Bühne haben wir bis dato leider nie wieder gespielt. Währe langsam mal wieder Zeit für so was in der Größenordnung.
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Hi Winny,
*grins* vielleicht sollte man noch erwähnen, das Du nach dem Auftritt beschlossen hast, nie wieder mit freiem Oberkörper zu spielen...
Nun, veileicht hab ich das mit der hin und herspringerei zwischen Windoofs word und diesem Programm doch nicht ganz kapiert???????
Moin Winny. Ein kleiner Fehlertäufel hat sich eingeschlichen, denn die Band mit der wir soviel Spaß hatten waren nicht Sigwarts, sondern K.R.A.M.G. und der Maustotschmatzer hieß Georg (Is des kei Joponisches Gärät net, ei väbibsch nochomol). Der hat auch die ganzen Witze dem Steif dann ins Hochdeutsche übersetzt. Ansonsten alles klasse. War ja auch ein geiler Tag. Ach ja, noch was, Monsters of Chiemgau war nicht 1992, sondern 1993.
Bis Später
Hi Winny,
Du musst es über den gelben Knopf einfügen, nicht direkt. Sonst übernimmt Dir die Homepage die ganzen schauerlichen Word-Formatierungen mit ins Netz. Also:
- In Word: Strg+a (Alles markieren)
- In Word: Strg+c (Kopieren)
- Auf der Homepage: Den Knopf oben mit dem gelben T anklicken
- Dann poppt eine neue Dialogbox auf.
- Hierdrin ins Weiße klicken und Strg+v (Einfügren) drüclen
- OK Klicken und drin ists.
Ich habe hier schon mal die Word-Störungen rausgenommen
Wegen unseres gestrigen Gesprächs, über deine Probleme mit dem einfügen deiner Texte, habe ich dir den Kommentar vom Toml in dem er den Scheiß erklärt, herausgesucht. Über diesem Kommentar findest du die korrekte Anleitung vom Toml, in schriftlicher Form, wie das mit dem einfügen von Windoofs - Textdateien auf die Buchseite funzt!
Viel Spaß beim Schreiben.
greez Winny
Sach ma, Toml, haßt du keine Arbeit?
Ich bin krankgeschrieben. Deswegen.
Dat du mir ja kommst heute Abend!
Stay Healthy
Hi Michi,
da wär ich ja schön blöd... Natürlich kome ich!
Du bist schön Blöd, aber bitte komm trotzdem.
Stay coming
Was in aller Welt habt ihr denn mit eurem "kommen"? warum willst du das er die ganze Zeit "kommt"? ihr zwei werdet doch nicht? hachgottchen, sie sind verliebt! ist das allerliebst! wann ist es denn so weit mit euch Beiden?
War ja wieder Klar.
Stay Going
Regel Nr 1: jede Gelegenheit zum bläddaherredn nutzen!
Die Regel hat schon seinen Sinn, Jawollja!
Winny, mach doch bitte aus dem 1992 im Textfeld noch ein 1993, dann bin zufrieden.
Bis nahad nahad.
Welches meinst du denn?
Ganz oben, zweite Zeile, da steht noch 1992er Monsters of Chiemgau
Hab gefunden was du meinst, thanx
So, ich bin gerade nochmal mit der Harke durch den Text gegangen. Winny, wenn Du noch was daran änderst, vergiss bitte nicht, diese Version zu nehmen und nach Word rüberzukopieren.
Fotos sind jetzt unter Side Show reingestellt. An alle noch ein schönes Weihnachtsfest mit den Familien oder ihren Liebsten. Feiert schön und nicht zu viel fressen. Stay hungry
Servus Wolfi,
merci. Sind echt nette Fotos dabei.
Schöne Weihnachten,
Toml
Ja genau, schöne Weihnacht, und FRESSEN tu ich, soviel ich will, und SAUFEN auch. Lasst euch gutgehen.
Auf Wiedersehen
Stay Knurps
Echt ein paar Staraufnahmen dabei Hihihi, Ich wünsch euch allen auch schöne Weihnachten mit wenig Stress und Hektik
Man sieht sich .
Stay Lebkuchen fressing und Glühweinsaufing.