2012-01-24: Das Ende naaaaaht


By Toml - Posted on 24 Januar 2012

Humpf. Ich habe mir gerade mal die Fotosammlung zu unserer Aufnahmesession angesehen. Zwei Jahre! Zwei Jahre schrauben wir jetzt an unserer neuen CD. Was haben wir dabei nicht alles gemacht. Von dem Beschluss: "Diesmal machen wir es selbst" bis hin zum heutigen Ergebnis war es ein langer und dornenreicher Weg. Aber das Ergebnis kann sich inzwischen echt hören lassen. Diese Woche werden wir den letzten Draft (=Entwurf) fertig stellen, ab dann gibt es nur noch Release Candidates, das bedeutet: Das Ding ist im Kasten, es werden nur noch die Dinge geändert, die sich in den Tagen nach dem Draftmix als störend herausstellen. Der Zeitplan ist im Moment: Bis Ende Januar fertig mischen, bis Ende Februar fertig mastern, bis Ende März Cover und das ganze dazugehörige Gezuppel haben und ins Presswerk schicken. Dann sollte es am 21. April fertig für Euch auf dem Tisch des BlackBurners liegen. Da aber bei uns nichts planbar ist, geschweige denn der Plan, könnte es zum Schluss hin doch noch stressig werden.

Im Endeffekt haben wir es, hört man nun den Stand der Dinge, komplett richtig gemacht. Wir sind ohne Zeitdruck an die Sache rangegangen, haben jeden Schritt mit der gebotenen Gründlichkeit und Genauigkeit erledigt und bei auftauchenden Problemen (und davon gab es viele) so lange gesucht und getan, bis das Ergebnis dem entsprach, wie wir es uns vorstellten. Keine Kompromisse und keine Deadline. Wenn ich es nochmal machen würde, würde ich es genau so wiederhlen, denn im Endeffekt haben wir erreicht, was wir wollten: Endlich eine CD, die sich nach Phantom Lord anhört. Fertig ist es, wenn es fertig ist und nicht früher.

Natürlich geht es das nächste Mal schneller, aber nur, weil ich inzwischen ziemlich genau weiß, wo ich hingreifen muss. Viele der Funktionen, die Cubase bietet, waren mir zu Beginn gar nicht klar - heute möchte ich nicht mehr ohne sie arbeiten. Was aber deutlich am meisten Zeit beansprucht hat, war, den richtigen Sound zu finden. DAWs sind wie Regelkreise: Es gibt nicht die Jetzt-kling-mal-gefälligst-geil-Einstellung oder das entsprechende Plugin. Hier heßt es, Zeit und Ideen zu investieren und an vielen Stellschrauben zu drehen, hören, was passiert, dabei weitere Schwachstellen zu entdecken, die aber nicht von der gerade zu bearbeitenden Spur kommen, sondern von ganz woanders her. Das Grunderlebnis war ein zirka dreistündige Suche nach der Ursache des "irgendwie stört da was". Im Ergebnis war auf einer Cymbalspur ein eigentlich nur für Hunde hörbarer Ton, der den Gesamsoung dermaßen negativ beeinflusste, dass das Ganze auf eine sehr komische Art drückend war. Fragt nicht nach Sonnenschein. Jetzt weiß ich: Klaren und authentischen Sound gewinnst Du nur, wenn Du jede Kleinigkeit so einstellst, dass sie genau zu allen anderen Einstellungen passt. Wenn man aber weiß, das auch alle anderen Einstellungen noch nicht passen, kann es sein, dass man die Gitarre alleine sehr genial einstellt, nur um dann festzustellen, das sie sich mit dem Schlagzeug beißt. Manche greifen dann zum hundertsten und tausendsten Plugin, um das Ganze irgendwie hochzupimpen, ich kaufte mir lieber einen vernünftigen Equalizer, der bis ins Feinste eingestellt werden kann. Dauert bedeutend länger, bringt aber erst den nötige Detailreichtum, den ich haben wollte. Und das Wichtigste: Nach wie vor ist alles (bis auf Wolfis Kessel, wie schon erwähnt) unser natürlicher Sound.

Was hat geholfen?

  • Zunächst mal Zeit (Hinsetzen und Machen!).
  • Das nötige Selbstbewusstsein, es auch angehen zu können, holte ich mir bei Nils Kolonko unter http://www.bandologie.de/gratis-infos-fuer-musiker#gratis-ebook-demoprod...
  • Der youtube-Channel von FMNxMusic. Ist zwar HipHop, zeigt aber auf hervorragend Weise alles, was man über Cubase wissen muss: http://www.youtube.com/user/FMNxMusic
  • Das MusikerBoard, auf dem ich bei meiner Suche nach Lösungen viele Antworten gefunden habe, ohne auch nur eimal fragen zu müssen: http://www.musiker-board.de/
  • Andy Sneaps Ultimate Metal Forum, wo er mich sehr schnell aufs richtige Gleis setzte ("Vergiss die ganze Plugins, konzentrier Dich auf den Sound, den Deine Instrumente hergeben"). Danke! http://www.ultimatemetal.com/forum/andy-sneap-151/
  • Ein Masterplan im Kopf und das nötige Selbstbewusstsein, diesen auch zu vertreten und aus jeder Pore die notwendige Sicherheit auszustrahlen, das Ganze auch erreichen zu können.

Also nun: Auf in die letzte Etappe!