2009-08-29: Gitarreneffekte kannse inne Nordwand schieben!


By Toml - Posted on 29 August 2009

Mittlerweile sind wir in der PreProduction schon ziemlich weit fortgeschritten: Vier Songs sind bereits fertig aufgenommen und gemischt (The Isle of the Thousand Uncles, Metal Hymn, The Perfect Dinner, Swordtime), das Caveman-Studio funktioniert soweit, wie ich es haben will und wir sind guter Dinge, im Herbst mit den eigentlichen Aufnahmen anfangen zu können.

Was mir bis heute noch ziemliche Probleme gemacht hat, war der Gitarrensound. Ich bin eigentlich der Meinung, dass man beim Aufnehmen und Abmischen möglichst natürlich arbeiten soll: Einstöpseln, Mikro hin, aufnehmen, bisschen was am Equalizer regeln und gut. So möchte ich es eigentlich auch in der eigentlichen Produktion fahren, wobei ich bezüglich des Gitarrensounds die Phase der PreProduction dazu verwende, mich soundmäßig an das gewünschte Ergebnis hinzutasten. Bis gestern war das Ergebnis noch nicht dort, wohin wir wollen, es klang eher wie durch den Telefonhörer gespielt. Heute kam endlich der Durchbruch, dazu benötigte es eines Aha-Erlebnisses, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Mein Wissen über die Aufnahme von Metal-Gitarren ist eher dünn. Ich habe mir damals einfach abgeschaut, wie es die hauptamtlichen Produzenten machen, dazu ein paar dumme Fragen gestellt und gut. Was ich bis gestern wusste, war, dass das Mikrophon möglichst nahe am Lautsprecher sein sollte, allerdings nicht genau auf das Zentrum gerichtet (das führt zu unschönen "Pumpeffekten") sondern bei ca. einem Drittel des Radius von außen gemesen auf die Box gerichtet werden sollte. Außerdem ist es in der Metal-Szene ein offenes Geheimnis, dass Gitarren am Besten mit dem Shure SM57 aufgenommen werden sollten. Wir haben zwei davon.

Nun wollte ich allerdings den Gitarrensound noch ein wenig fetter bekommen und habe versucht, herauszufinden, wo man ein zweites Mikro hinplatzieren sollte, damit der Gesamtsound möglichst mächtig rüberkommt. Also nahm ich das zweite SM57 und stellte es ca. einen Meter neben den Gitarrenamp. Das Ergebnis war leider ziemlich enttäuschend: Ziemlich telefonhöriger Sound ohne echten Druck. Also versuchte ich, mit Hilfe von weiteren Gitarreneffekten und Equalizereinstellungen, dem Gitarrensound das gewünschte Klangspektrum zu verleihen, was eigentlich auch ganz gut gelang. Die Gitarren klangen dicht, druckvoll und gut, allerdings war immer noch irgend etwa, was mich störte, ich konnte allerdings nicht genau herausfinden, was es war.

Also begnn ich an den nächsten Aufnahmetagen mit den Mikrophonen weiter zu experimentieren. Ich verwendete beispielsweise mein AKG-Gesangsmikro für den Raumklang, stellte das Mikro immer näher an den Verstärker und probierte verschiedene Aufnahmewinkel aus.

Im Caveman-Studio experimentierte ich dann jeweils mit den Sonds und den Voreinstellungen vom letzten Mal und schaute, ob sich was verbessert hatte. Der Sound klang immer wieder anders, ziemlich gut, aber ich kam nie zu 100% zu dem von mir gewünschten Ergebnis. Nahm ich den Gitarren ein paar Mitten weg, klang es druckvoll und gut, aber im Ergebnis fehlte wider irgendetwas. Ersetzte ich in Michis Gitarre den Juicy77-Effect durch den CamelCrunch (beides zwei hervorragende VST-Gitarreneffekte), klang es auch wieder gut, aber immer noch fehlte mir etwas. Ich wusste echt nicht mehr, was ich tun soll, also machte ich mich heute nachmittag auf eine weitere Tour durch das Internet, um von den Studiotechnikern dieser Welt weitere Tipps zu bekommen. Ich suchte nach neuen Gitarreneffekten, Equalizereinstellungen für Metalgitarren und so weiter. insgesamt probierte ich ca. 20 neue Tipps und Effekte aus.

Schließlich landete ich in einem Thread, der von einem Tontechniker mit dem selben Problem begonnen wurde. Die Antwort eines Death-Metal-Produzenten aus Florida gab mir dann doch zu denken. Sinngemäß war sie in etwa so: Schmeiß den ganzen Effektkram über Bord und kümmere Dich besser um eine anständige Mikrophonierung. Am Besten machst Du es so:

Nimm das erste Mikrophon und stelle es so auf, dass es gerade auf den am Besten klingenden Lautsprecher zeigt. Nicht ganz in die Mitte richten, sondern ... (siehe oben). Das zweite Mikrophon richtest Du im 45-Grad-Winkel direkt vom Rand des Lautsprechers in die Mitte des Lautsprechers. Beide Mikrophone solten so nah wie möglich an den Lautsprecher wandern, ich bevorzuge es, wenn das Mikro das Gitter berührt.

Tja, genau so hatte ich gestern auch mikrophoniert - zumindest bei Holli. Zwar eher zufällig, weil ich seine zwei verschiedenen Boxen ausprobieren wollte, aber die Mikroeinstellungen stimmten. Also habe ich Hollis Gitarrenspuren von gestern genommen, alle Effekte rausgeschmissen, den Equalizer (bis auf einen kleinen LowPass und HighPass-Filter) deaktiviert und - siehe da - endlich haben wir einen Gitarrensound, wie ich ihn mir wünsche.

Michis Sound war nicht ganz so gut, weil ich bei ihm die Mikros anders aufgestellt hatte, aber jetzt sind wir endlich auf der richtigen Spur, auch wenn ich dafür drei Wochen im Effektnebel herumstochern musste. Die Gitarren klingen fett und druckvoll, obwohl ich im Studio fast gar nichts mehr dazugeben muss - und genau so sollte es eigentlich sein.

Bild von Winny

Hort sich doch schon ganz Erwachsen an, der Sound. Jetzt muss ich nur noch am Gesang arbeiten. Dazu ist es nötig, genau den richtigen Alkoholpegel zu finden, bei dem meine Stimmbänder so funktionieren  wie ich mir das vorstelle, aber ich noch Nüchtern genug bin um die Wörter klar Artikulieren zu können, und den Takt beim Singen auch zu treffen. Freitach war das ganz klar nicht mehr der Fall! die Tonlagen hätten schon ziemlich gepasst, aber das Timing war dann doch eher mittel! Außerdem Rauche ich beim Saufen dann zuviel, und nach drei Big-Packs geht auch der Abgehärtesten Lunge irgendwann die Luft aus, ( hört man auch bei dem hohen Schrei)  naja, immerhin werden wir mit jedem mal Aufnehmen schlauer, und bis zur eigentlichen Aufnahme, denke ich sind dann auch alle Unklarheiten beseitigt.

greez Winny

Bild von Michi

Warum soll ich meine Gitarreneffekte bei Holli in denn.....  . Aber gut, wenn du sachst ich soll.
 
Stay push

Bild von Winny

Mach das nicht! den Schmadder und Darmgeruch kriegst du ja nie wieder von dem Teil runter! Das ist dann ja quasi verstuhlt für immer!

Ach ja, noch was, ich war heute mal unten im Proberaum. Wollt ma kucken, was wir noch zum Saufen haben. Det reicht nicht mehr für Freitach, Bringst du bitte was mit? laut Liste wärst du dran.

gruß Winny

Bild von Michi

Jou, für Geiselein wird gesorcht. Hoch die Krüge.
 
Stay schluck schluck schluck

Bild von Toml

Ja, und tut mal fleißig Revenge üben, das machen wir am Freitag. Obey habe ich in der letzten Woche übrigens Wolfis Schlagzeug übergestülpt und bringe es am Freitach mit. Also das Lied, der Obey kommt schon selbst und hat sicher kein Schlagzeug auffe Murmel...

Bild von Michi

Wird auch gemacht, fleissig geübt. Freu mich schon. Auffem Obey -also mich- bin ich schon gespannt. Wir müssen aber noch mal über den Swordtime-Übergang reden, der mir so zwar saugut gefällt, aber absolut nicht im Timing ist. Bis denne.
 
Stay Übenübenübenübenübenüben

Bild von Winny

Nicht im Timing ist noch Höflich ausgedrückt, det janze hört sich an wie ein Sack Kartoffeln über die Kellertreppe runter! da ham´ wer noch n´haufen Arbeit vor uns!

Bis Freitach!

Bild von Toml

Naja, ich hab's am Samstag mit Winny noch ein bisschen zurechtgerutscht, aber recht habt ihr schon...

Bild von Toml

Hi Michi,

nö, Du sollst nur mehr Bässe und weniger Höhen tun. im Auto angehört haben wir bei Dir das so genannte Benning-Problem. Am besten probieren wir nächste Woche für Revenge mal die Benning-Einstellung, dann haben wir wieder mehr Druck für mehr Hörer. Im Wesentlichen geht es bei Dir aber darum, die Mikrophonierung noch ein bisschen zu verfeinern...

Bild von Kitas_Chris

wollt euch allen nur schonmal ein schönes WE wünschen - und lasst mal wiedr was von euch hören :)

chris