2004 - Pernloher Keller Revival Party
Nachdem wir die Auftritte in Aying und in Thal gespielt hatten, bauten wir wieder brav im Proberaum an neuen Nummern weiter. Wir hatten auch die Zeit, denn es stand momentan nichts besonderes an, da konnten wir uns in Ruhe dem Komponieren von Songs, oder dem Erlernen von Covers widmen.
Da fiel uns alles Mögliche ein, auch ein paar lustige Covernummern. Zum Beispiel kam ich auf die Grandiose Idee, den Song von Kiss „God give Rock´n Roll to you“ Mit neuem Lyrics zu versehen, nämlich: „God give Alkohol to you“und das Ganze noch mit ein paar einfachen Textzeilen in Bayrisch über das Thema: „Kurzweiliger Konsum von Alkoholhaltigen Getränken nebst Beschallung mit lieblichen Weisen von metallischer Prägung“ abzurunden, und fertig war eine schöne neue Nummer.
Das Problem an diesem Stück war nur, das man das Teil ständig immer wieder spielen muss, weil sonst ein jeder seine Parts vergisst, und nicht mehr Riffsicher ist, und sich das Teil wirklich grauenhaft anhört, wenn es nicht exakt gespielt wird. Das andere Problem bei dem Song ist dergestalt, das die Gesangsline Von Paul Stanley, nicht gerade meine bevorzugte Stimmlage trifft. Das hat mit können oder nicht können nicht viel zu tun, er würde sich zum Beispiel beim Versuch meine Lines zu singen sehr viel schwerer tun als umgekehrt. Das ist jetzt keine Prahlerei, sondern eine Feststellung von jemand der den Scheiß lange genug macht um mitreden zu können.
Fakt ist: ich kann das Teil nur singen, wenn ich vorher nichts anderes gesungen habe. Das bedeutet wenn Wir vorher einen Accept, oder AC/DC-Song gespielt haben, treffe ich die Töne nicht mehr, weil ich dann meine Stimmbänder mit der verzerrten Dirkschneider, oder Brian Johnson-Stimme so gereizt habe, das sie anschwellen, und bei bestimmten Frequenzen nicht mehr so schwingen, wie es benötigt wäre, um den relativ klaren, im mittleren Höhenbereich gehaltenen, Kiss-Gesang 1 zu 1 rüberzubringen. Und es ist ziemlich übel, wenn man solch ein langsames, melodiöses Lied, das außerdem wirklich jeder kennt, nicht annähernd so singen kann, wie es sein sollte, dann hört sich das Ding einfach Scheiße an, um mal ganz direkt zu sein. Also haben wir es dann auch irgendwann mal wieder gelassen, weil es auch den anderen nicht mehr so gefiel.
Wir kamen dann auch als alte Manowar Fans auf die Idee, wir könnten doch mal Warriors of the World nachspielen. An sich keine schlechte Idee, vom Schlagzeug und den Gitarren her nicht das geringste Problem, auch die Basslines von Joey de Mayo entlocken unseren Toml nur ein müdes Lächeln, nur ist der Gesang von dem Lied vom Schwierigkeitsgrad her oberste Liga, und ich bin ehrlich genug zuzugeben wo meine Grenzen liegen. Denn es ist Fakt, dass Eric Adams von Manowar einer der besten Rock und Metal Sänger auf diesem Scheiß Planeten ist, und ich nur an sehr guten Tagen annähernd, aber auch nur annähernd an seine Stimme, und vor allem an die ungewohnte Stimmlage, herankomme, in der Beziehung bin ich Realist, ich weiss was ich kann, aber auch was ich nicht kann.
Es ist auch so, das ich, und auch der Rest der Band der einhelligen Meinung sind, wenn man schon eine Cover-Nummer macht, dann sollte sie sich mindestens genau so gut, oder möglichst besser, als das Original anhören, und das war bei dem Song einfach nicht der Fall. Ich meine, wir haben es ein paar mal Live gespielt, und es kam immer Super an, aber ich war eigentlich nie mit meiner Performance zufrieden. Es war immer kratzig und die Töne stimmten meist nicht Hundertprozentig, das hätte zum mitgrölen in der Kneipe gereicht, aber nicht für einen Liveauftritt! In der Beziehung bin ich selbst mein Härtester Kritiker. Viele andere Bands spielen diesen Song bei jedem Auftritt, meistens mit wesentlich schlechterem Gesang als ich es zuwege bringe, aber ich bin der Meinung, wenn ich es nicht so bringen kann, wie es gehört, dann lasse ich es lieber bleiben und mache die Dinge die ich kann.
Es ist auch Heutzutage so, dass wir dass wir schon so viele eigene Nummern haben, dass wir bei einem 2 ½ Stunden Auftritt nicht einmal mehr die Hälfte von unseren Songs unterbringen können, da wäre es Unsinn Sachen zu spielen, die nicht ganz passen.
Aber viele der Covernummern die wir damals, und auch schon vorher gemacht hatten, kamen und kommen auch sehr gut, zum Beispiel die Accept Sachen. Das liegt mir, war auch schon immer meine Stimmlage, und ich glaube behaupten zu können, das ich Metal Heard genau so singe, wie es gehört, und wie es der Herr Dirkschneider selber, heute live nicht mehr zustande bringt.
Dann eines schönen Tages kam plötzlich der Dieter bei uns vorbei, das ist ein guter Kumpel noch aus alten Pernloher Keller Zeiten und unterbreitete uns die Idee, eine Pernloher Keller Revival Party im Blackout( so heißt der Keller heute) zu organisieren, und zwar mit uns als Liveband. Wir waren als alte Kellerbesatzung natürlich sofort Feuer und Flamme, und dachten uns, das wäre doch eine Geile Aktion! Mal die ganzen Alten Säcke wiedertreffen, die man schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte, einen Geilen Auftritt spielen, und das auch noch vor lauter Leuten, die uns kennen, und von denen wir wissen, das sie auf Metal stehen, quasi a gmaahte Wiesn, wie man bei uns in Bayern sagt, und natürlich Saufen bis der Morgen nicht nur graut, sondern die Sonne schon halb im Zenit steht.
Der Pernloher Keller ist, oder besser gesagt war, eine Kneipe, die Heute noch ein jeder der nur ansatzweise auf guten Rock, und Metalsound und Gemütliches Ambiente steht, aufs schmerzlichste vermisst, denn die Atmosphäre in der Butze war einzigartig! Von der Einrichtung her war sie eher wie eine Skihütte gehalten, also Dicke Balken, Holzbänke und Wagenräder, eine Große Bar, mit kleinen gemütlichen Tischen davor, wo man in aller Ruhe, bei schön Metallischer Hintergrundmusik dem Alkoholismus frönen konnte. Eine schön gemischte Gästeschar kippte sich dort jeden Tag bei lustig´ Würfel und Kartenspiel gepflegt ihr Quantum in den Ralf.
Da konnte man reinkommen wann man wollte, immer waren lustige Leute da, und man schaffte es nicht mehr heraus, und wenn man am nächsten Tag noch so früh aufstehen musste. Ich bin oftmals wie ein geprügelter Hund, mit Einer oder Zwei Stunden Schlaf in die Arbeit geschlichen, weil ich ums verrecken wieder nicht Heim kam, obwohl ich wusste, das ich um Fünf Uhr Morgens Aufstehen muss, aber um halb Vier noch mal eine Goaßnmaß bestellt habe, mit der lapidaren Bemerkung: Heit´is so lustig, und jetz is aa scho wurscht!
Da war vom 15 Jährigen Headbanger bis zum 60 Jährigen Althippie alles vertreten, und es ging immer Friedlich und Freundschaftlich zu. Obwohl die Kneipe einen Furchtbaren Ruf hatte ( keiner weiß wieso) war in all den Jahren nicht ein einziges mal die Polizei dort, von wegen Schlägereien und so. Während in anderen Rosenheimer Lokalen mit wesentlich besserem Ruf, täglich Zwei bis Drei Schlägereien und sogar Messerstechereien eher die Regel als die Ausnahme waren.Vielleicht war es auch der schlechte Ruf, der die Kaputten und Schlägertypen fern hielt, die sich ja gerne einfachere Opfer suchen als solche als Gewalttätig verschrieenen Kuttenträger, auch unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund, bei denen Streitsuchen anscheinend zum guten Ton gehört, man weiß es nicht, mir kommt es zumindest so vor, machten um die von Langhaarigen Metallern und Bikern bevölkerte Kneipe einen großen Bogen. Die paar, mit auswärtiger Herkunft die dort drin verkehrten, waren genau so lustig drauf wie wir, hörten Mucke, tranken mehr oder weniger genau so ihr Bier oder was auch immer, und hatten ihren Spaß.
Es war beileibe keine Nazikneipe, wie manche behaupten, (die meistens noch nie einen Fuß hineingesetzt hatten) sondern es verkehrten dort drin sogar Skinheads und Punker in relativ friedlicher Koexistenz, was vielleicht auch daran lag, dass sie wussten, dort drin ist eine eingeschworene, durchaus zahlreiche, Gesellschaft von Langhaarigen Stammgästen, und das wir sie sofort rausgeschmissen hätten, wenn sie Stress angefangen hätten. Ich glaube, dass kein Türsteher in Rosenheim, und auch sonst in einer Stadt, in einem Nachtlokal solch einen Gemütlichen, und praktisch arbeitsfreien Job hatte, wie im Keller. Er musste sich auch nicht mit Horden von abgewiesenen und verärgerten Gästen herumärgern, weil die Kaputten, wie erwähnt den Laden sowieso mieden. Ich habe zumindest noch in keinem Laden, und ich war damals viel unterwegs, gesehen das ein Türke, ein ein Kroate, eine Serbin, ein Schwarzer, ein Skinhead, ein Italiener, ein älterer Trachtler und ein Langhaariger Metaller, stundenlang friedlich beim Würfeln und Kartenspielen zusammensaßen, und das auch noch regelmäßig. So was gab es nur dort drinnen.
Für einige der besten Aktionen, war wie so oft der Daxei verantwortlich. Wie zum Beispiel damals als die gesamte Belegschaft des 40er Hauses, (ein Puff in Rosenheim) zum Feiern im Keller einmarschierte. Die Puffmutter, war eine Bavaria, mit einem Körperbau, wie ein Catcher, die selbst dem Undertaker Respekt eingeflößt hätte. Gefühlte 2.05 meter groß, Schultern so breit das selbst ich mich dahinter hätte umziehen können, Hände wie Schneeschaufeln und ein Vorbau, wie zwei Seesäcke voll Wassermelonen. Neben der hätte eine Chinesische Kugelstoßerin ausgesehen wie ein Elfengleiches, zerbrechliches Wesen. Am meisten erstaunte mich, das es anscheinend High Heels in Größe 48 1/2 gibt, denn dieses Bigfootähnliche Wesen, das wahrscheinlich in direkter Linie vom legendären Gigantopithecus bilaspurensis abstammt, trug tatsächlich hochhackige Pumps, in denen ihre Muskelbepackten Beine, deren Waden schätzungsweise den selben Umfang wie der Oberkörper eines normal gebauten Mannes hatten, steckten. Stellt euch mal den Wrestler „The big Show“ in einem Minikleid, mit Kürbissen als Brustersatz, einer Blonden Langhaarperücke und Pumps vor. Das dürfte es vom Gesamtbild, und auch von der Größe her ziemlich treffen.
Die ganze Bande einschließlich Miss Goliath war schon Hackebreit, und in einem Anflug von grandiosem Missverständnis von Ästhetik kam dieses schon beinahe Gozillagleiche Monster auf die Idee, auf den Joe Cocker Song, “you can keep your Hat on“, den der Scherzkeks von DJ aufgelegt hatte, nachdem dieser Menschliche Raumteiler mit ihren durchaus hübschen Begleiterinnen die Tanzfläche betreten hatte, eine Art von Erotischen Tanz zum besten zu geben. Unser lieber Nathaniel, ( Daxei) natürlich mal wieder voll bis Oberkante Unterlippe, und den halben Abend schon am Herumfegen, wackelte mit seiner Goaßnmaß in beiden Händen, schon in deutlichsten Schlangenlinien in Richtung Tanzfläche, und so Unglaublich es bei dieser vom Körperbau schon fast an einen Silberrücken erinnernden, nur sehr begrenzt femininen Ausgeburt der finstersten Hölle klingen mag, anscheinend kann man sich beinahe jede Art von Frau Schönsaufen. Vielleicht wollte er sie aber nur verarschen, das ist wahrscheinlicher, aber das ausgerechnet der Daxei sich zu diesem Riesenweib, neben dem selbst ich mit meinen 1,80 und 105 Kilo, wie ein Magersüchtiger Halbwüchsiger gewirkt hätte, auf die Tanzfläche gesellte, war natürlich ein Szenario, welches man selbst bei einer Bettelhochzeit im Fasching so noch nicht zu Gesicht bekommen hatte.
Während sie sich Hüftschwingend in der Mitte der Tanzfläche bewegte, (nur dass das `Hüftschwingen´ eher an einen ausscherenden Sattelzug erinnerte) fing der Daxei an, um sie herumzutanzen. Was heißt Tanzen, er torkelte eher um sie herum, und versuchte, nicht von einem der ausladenden Körperteile von Queen Kong getroffen zu werden, was ihm auch sicher nicht gut bekommen wäre. Das ganze sah natürlich zum Schreien komisch aus, da der Daxei wie ein Mond der einen Planeten umrundet, die um ein Vielfaches größere Frauzilla umkreiste. Die gesamte Kneipe, einschließlich Personal, lag nach Luft schnappend, und mit Lachtränen in den Augen,am Boden und verfolgte ungläubig das dargebotene Spektakel. Durch das unerwartete Feedback angestachelt, forcierte sie ihren Tanz noch, und Beugte sich lasziv zum Daxei herunter, und lies ihn einen Tiefen blick in ihr, an ein tiefes Bergtal erinnerndes, Dekolleté werfen. Überwältigt von der Überdimensionalen Größe des Dargebotenen, und viel zu Breit, um sich über eventuelle Konsequenzen seiner Handlung Gedanken zu machen, konnte er aber leider seine Griffel nicht bei sich lassen, und fasste mit beiden Händen zu.
Das klatschen der Riesigen Hand, die mit beträchtlicher Wucht sein Gesicht traf, und es vollkommen verdeckte, war sogar bei der lauten Musik, und dem brüllendem Gelächter das in der Kneipe herrschte, deutlichst zu hören. Nur dem Umstand, dass diese Kapitale Maulschelle, in deren Weg ich nicht hätte stehen mögen, den Daxei über die halbe Tanzfläche, und somit erst mal aus der unmittelbaren Reichweite der Wutschnaubenden Walküre beförderte, und seiner Geistesgegenwart, sofort Reißaus zu nehmen, war es zu verdanken das er diesen Abend ohne größere Schäden an Leib und Gesundheit Überlebte. Während auf der Tanzfläche noch das Wutgebrüll der unsittlich betatschten Riesin zu hören war:“ wo is des Bürscherl, dem reiß´I an Schädl ab“ kam der Daxei mit einer Rot geschwollenen Backe angelaufen und sagte:„helfs´ma, de mecht mi Umbringa!“. Aber es hätte ihm keiner helfen können, denn wir alle knieten oder lagen, mit einer roten Birne vom Lachen, nach Luft ringend am Boden und wischten uns die Tränen aus dem Gesicht, aber Gott sei dank beruhigte sie sich relativ schnell wieder, und ließ das Ganze auf sich beruhen. Ich verstehe sowieso nicht, wie eine aus dem Gewerbe so empfindlich auf so einen, noch dazu selbst provozierten Griff an die Euter reagieren kann, vor allem wenn der Grabscher drei Köpfe kleiner ist als sie und sich vor lauter Rausch kaum mehr auf den Füßen halten kann. Der Daxei, der nach dieser Begebenheit fast schlagartig wieder Nüchtern war, ging dann relativ schnell nach hause, offenbar traute er dem Frieden nicht so ganz.
Solche und Ähnliche Begebenheiten passierten eigentlich ständig in dieser Kneipe, das war auch der Grund, warum wir so gerne unsere Zeit darin verbrachten.Und so freuten wir uns, die Ganze verrückte Horde mal wieder zu treffen, die sich nachdem der Keller damals zugemacht hat doch ziemlich verlaufen hatte, und zu sehen was denn aus allen geworden ist, mit denen man früher praktisch jeden Tag verbracht hat.
Also stellten wir gleich eine gute Setlist zusammen, auf der eigene Songs schön mit alten klassischen Covernummern vermischt waren, denn der Musikgeschmack der Anwesenden war uns ja von damals noch ungefähr bekannt, und fingen gleich an das ganze richtig einzustudieren, damit auch ja nichts schiefgehen kann.
In bester Laune enterten wir dann an dem fraglichen Samstag Nachmittag das Blackout, zum Aufbauen und zum Soundcheck. Die Kleine Bühne stellte uns aber dann doch vor einige Probleme, denn wir standen rätselnd vor unseren Lautsprechern und Verstärkerstapeln, und fragten uns wie zum Teufel wir den ganzen Kram denn nur unterbringen sollten. Wir waren ja was Aufbau und Soundcheck betrifft jetzt schon wirklich alte Hasen, aber die Platzverhältnisse auf dieser Bühne stellten uns dann doch vor eine nicht geringe Herausforderung, denn es sollte ja auch noch Platz für uns selbst sein, aber mit abenteuerlichen aufeinanderstapeln und sichern mit Spanngurten, haben wir das Zeug dann doch noch irgendwie auf die Bühne gekriegt.
Schon beim Aufbau haben die paar vom Personal, die schon anwesend waren, und uns noch nicht kannten gemerkt, dass Heute ein anderer Wind wehen würde als sonst. Keine ruhigen vergeistigten Gothics, sonder eine laute, herumgrölende Biersaufende Metalband. Wir sind eine Laute Band! Und das nicht nur wenn wir spielen. Schon beim Aufbauen, blödeln und krakeelen wir wie die Bekloppten in der Gegend herum, verarschen uns gegenseitig, und auch alle anderen Anwesenden, und haben schon unseren Spaß. Auch unser Soundcheck ist normalerweise, naja, ungewöhnlich. Wir singen beim Micros einstellen, meistens Sachen, die keiner erwartet. Während diese Prozedur bei anderen Bands meistens ruhig und gesittet abgeht, sind wir dabei meistens schon in bester Partylaune. Da schallt dann schon der eine oder andere Onkel Hotte song oder etwas ähnlich abgedrehtes aus den Boxen, was schon zu viel Verwunderung bei unseren diversen Mischern, und Tontechnikern geführt hat.
Mit dem Soundcheck waren wir dann auch ziemlich schnell fertig, denn wir spielten nur mit unserem eigenen Kram, der für die Größe des Lokals weit mehr als ausreichend war, wir dachten, da braucht man keinen Mischer, da sucht man sich eine Einstellung und dann ist das gut. Naja, in dem Hohen, aber relativ Schmalen Tonnengewölbe, die Räumlichkeiten wahren Früher mal ein Bierlagerkeller, war es ein bisschen schwierig, einen Sound zu finden der nicht Breit. Schließlich hallt es dort drin wie in einer Kirche. Nachdem der Raum mit Gästen vollgepfropft war, ändert sich die Klangcharakteristika auch wieder, nur bekommt man als Band auf der Bühne davon nichts mit, weil der Monitorsound sich völlig anders anhört, als der P.A. Sound der aufs Publikum gerichtet ist. Darum hatten wir beim nächsten mal auch einen Tonmischer dabei, denn dort drinnen einen Gefälligen Klang zusammenzubringen ist sehr Schwierig.
Nach ein bisschen warten, kamen dann auch schon die ersten Gäste, und neugierig und etwas schüchtern musterten die Gothic- Stammgäste, die ansonsten in dem Club verkehrten, die mit Verstärkern und Lautsprechern vollgepfropfte Bühne. Da musste ihnen schon klar geworden sein, das da Heute nichts war, mit leiser Melancholie und besinnlichem beisammensitzen vorm trübe flackernden Grablicht. Wie es tatsächlich werden sollte, hatten sie sich wohl in ihren schlimmsten Träumen nicht vorstellen können, denn der Abend hatte nur ein motto: Saufen, Grölen, Metal und Party bis der Arzt kommt!
Schnell füllte sich der Club mit Gästen, und das Barteam hatte wohl die Trinkfreudigkeit der alten Kellergäste ein klein wenig unterschätzt, denn schon bevor wir überhaupt zum Spielen angefangen hatten, mussten die Türsteher schon zur Tanke ausrücken, um Getränke nachzukaufen, den um Zehn Uhr ging das erste mal das Bier aus. Da wusste dann wohl jeder was es geschlagen hatte, und die Mundwinkel der Traudl, das ist die Chefin im Blackout, gingen merklich nach oben, als der erwartete Umsatz wohl bei weitem übertroffen werden sollte. Dann fingen wir zum Spielen an, und es lief hervorragend. Alle Nummern kamen super an, das Publikum ging toll mit, und die Stimmung in der Bude war am Kochen! Nur die Gothics standen etwas verloren in der Tobenden und Saufenden Menge, bis auf ein paar wenige, die anscheinend auch auf Metal standen, war denen wohl eindeutig zu viel los. Das lag natürlich auch daran, das viele der Alten Keller-Stammgäste wohl nur noch selten das heimische Sofa verließen, und nach langer Ausgehabstinenz mal wieder so richtig die Sau herausließen, wie als wenn sie was Nachzuholen hätten, oder dachten wer weiss, wann es so was wieder gibt. Über den Auftritt gibt es nicht viel Besonderes zu sagen, es funktionierte alles absolut einwandfrei, keine Technikpannen, an die ich mich erinnern könnte, keine größeren Verspieler, alles in allem ein perfekter Auftritt vor einem tollen Publikum. Der Club hatte sich auch noch während unseres Auftrittes bis zum Bersten gefüllt, und die Bedienungen kamen mit dem Ausschank kaum mehr nach, siehe die Fotos unter der Rubrik `Bilder´ Pernloher Keller Revival Party 2004.
Nach dem Auftritt, und dem bei uns allen Verhassten Abbauen, ich finde das einzig beschissene wenn man einen Gig spielt, ist die blöde Aufräumerei danach, wenn man vom Auftritt total ausgepumt ist, und viel lieber Party machen würde, aber es hilft ja nichts, machen muss man´s trotzdem, mischten wir uns noch unters Volk, und sorgten erst mal dafür, dass unser Alkoholpegel dem der Gäste angeglichen wurde. Nachdem wir wieder etwas zu Atem gekommen waren, vor allem ich, denn nach dem über Drei Stunden langen Gig, war ich vom Singen und Brüllen so kaputt, das ich mit dem Schnaufen nicht mehr nach kam. Wie eine Kaputte Dampflok keuchte ich mit Boxen und Verstärkern beladen, über die lange und schmale Treppe hinauf, die aus dem Lokal hoch führte, konnten wir endlich zum gemütlichen Teil des Abends übergehen. Was heißt hier Abend, es war nach dem Abbauen schon 2.00 Morgens aber das sollte uns nicht stören. Es wurde noch eine sehr Lustige Nacht, mit vielen Goaßnmaßn, die wir durch unsere Kehlen rinnen ließen und natürlich musste man mit vielen alten Bekannten, die man lange nicht mehr gesehen hatte noch viele unangenehme Schnäpse trinken.
Als die Traudl uns dann am nicht mehr ganz so frühen Morgen hinauskomplimentierte, um endlich Feierabend machen zu können, hatten der Holli und ich natürlich unseren Hals noch lange nicht voll! Hackebreit zogen wir durch das morgendliche Rosenheim auf der Suche nach einem Lokal, das noch, oder schon wieder geöffnet hatte. Leider ist in der ganzen verdammten Stadt keine Kneipe mehr, die um 6 Uhr früh geöffnet hat. So was gab es zu meiner Zeit nicht! Irgendwas hatte immer offen. Also suchten wir in unserer Not eine Dönerbude in der Kaiserstraße auf, von der wir wussten, das sie am Wochenende 24 Stündig geöffnet hat. Dort versorgten wir uns jeder mit einer Tüte voll Dosenbier, und schoben uns, wenn wir schon mal da waren, erst mal einen Döner rein, denn vom Saufen kriegt man Hunger. Mangels andrer Optionen, gingen wir auf den Max-Josefs-Platz, und Pflanzten uns auf die Bestuhlung vor der Bäckerei Bergmeister. Die Akustik, des um diese Zeit natürlich menschenleeren Platzes lädt natürlich zum Grölen lustiger Lieder ein. Und so Krakeelten wir Rotzbesoffen, mit einem Dosenbier in der Hand wie die Beklopppten auf dem Platz herum, die Anwohner werden ob der morgendlichen Gesangsdarbietung ihre helle Freude gehabt haben. Einige Nachtschwärmer, die mit gesenkten Kopf und wackligem Schritt müde über den Platz schlurften wurden von uns gleich gewohnt freundlich auf ein Bier eingeladen, zum Beispiel mit den Worten: „ He, du bsuffane Sau do drüm, geh her do, magst a Hoibe? Und nach kurzer Zeit saßen plötzlich fünf bis sechs gut angetrunkene Typen mitten auf dem Stadtplatz, schütteten sich Dosenbier in den Schlund, erzählten dreckige Witze, und bedachten die ersten Leute, die sich auf den Gang in die Frühkirche machten, mit blöden Sprüchen.Und so schlugen wir die Zeit mit Innenbefeuchtung tot, bis wir dann um zehn Uhr mit Hollis Vater, der den Transporter fuhr, in dem unser ganzer Instrumentenkram lag, endlich, denn so langsam ließ die Kondition auch bei uns mal nach, zu mir nach Hause fuhren, wo wir ja den ganzen Scheiß noch in den Proberaum runter tragen mussten.Danach war ich dann wirklich froh, als ich endlich mein Bett aufsuchen durfte, so lustig die ganze Aktion war, aber man kann halt auch nicht mehr so wie früher.
Wir haben dann auch noch etliche Male im Blackout gespielt,aber das sind andere Geschichten. So was konnte man gerne wieder machen, momentan können ja keine Bands mehr dort drinnen spielen, aber ich hoffe, das sich das irgendwann wieder ändert. Denn wenn die Bühne für eine Fünf – Mann Metalband eigentlich zu klein ist, war es trotzdem immer ein Riesenspaß dort drinnen aufzutreten.
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Jaja, so war des..... SAUGEIL und ohne "Ausfallerscheinungen" wie Würfelhusten! Nur leider hast eine geniale Aktion vergessen:
Erinnerst Du dich noch an den Typen der sich rotzbesoffen zu uns gesellt hat, nach ein zwei Dosenbier dann die glorreiche Idee hatte beim Santa einzulaufen, denn da gibts lecker Weißwurst-Frühstück??!!
Muhaha welch geiler Schachzug!!!!!!
Irgenwann hat mich mein Dad aufm Handy angerufen und höflich aber bestimmt nachgefragt, ob "die Herren vielleicht auch mal vorbei schauen könnten, wir würden zum Übungsraum fahren, das Zeug ausladen"!
Werd ich nicht vergessen....
Stay LachtränenausdenAugenwisch
Ich habe heute mal durchgezählt, und mit dem neuen hier, das ich gerade fertiggestellt habe , sind es schon 25 Kapitel in unserem Buch! viel Spaß beim Lesen!
Und meldet euch mal wieder, man bekommt ja gar keine Kommentare mehr zu lesen!
greez Winny
Hi Winny,
ja, das ist immer wieder nett, im Pernloher zu spielen. Leider ist das Blackout ja nun ein Raucherclub und bietet keine Konzerte mehr an, weil sonst das mit dem Eintritt UND Clubausweis zu viel wird. (Wie wärs mit einem Tritt zum Clubausweis?) Ich hoffe ja, dass sich das im August mit den neuen Rauchergesetzen ändert. Petra, wenn Du das liest: Gibt's da schon Ideen in der Richtung? (Du bist ja die einzige aus dem Blackout, die wöchentlich reinschaut...)
Ja, im Keller zu spielen hat ja fast schon Tradition gehabt.
Gut war immer Holli mit schiefen Kopf im Kampf mit der Neonröhre.
Und wenn mein Hocker ein bischen nach hinten rutschte war ich auch weg im Nebenzimmer.
Echt gut geschrieben Winny. Man merkt deine lyrische Begabung
Schade auch
Stay remembering
Stimmt, der Fight mit der Neonröhre!!!! Eigentlich sinds ja mehr als eine aber wurscht.... mit fast zwei Metern stehst halt schon mal an so einer Gewölbedecke an.... Und bei einem Gig hab ich beim Gitarrenabhängen sogar mal eine Röhre aus der Fassung gehauen.... ; ) Hört man sogar auf der Aufnahme!!!!
Die letzten Auftritte haben wir allerdings in der jetztigen Aufstellung bestritten. Das heißt einen schiefen Kopf und den daraus resultierenden steifen Hals hatte ich seitdem nicht mehr aber für Lacher sorgt in diesem Fall der Obei wenn er beim Bangen die Haare um die Neonröhre wickelt.... (kommen daher die hübschen Locken?? Oder gar die modische Kurzhaarfrisur?? Miss Beckham trägt sowas ja auch sehr gern....!!!!).
Hoffentlich spielen wir mal wieder in dem Schuppen.......
Stay hoffingaufnenGigimOut
Stimmt, ich hab mir dat Video vor kurzem angeguggt. War schon lustig, der Knall. HöHö. Aprposdosnosdosenbier Video, ich hab dir doch mal die DVD von Machine Head gegeben. Gugg dir ma an, was der Sänger auffem T-Shirt stehen hat. Tja, wer is denn nun der Gitarrengott, hä? Meine Fans sind überall. Metallica singen von mir, Machine Head tragen Shirts mit meinem Namen druff. Ich bin begeistert! Ach ja, Winny, dein Bericht is wie immer ein Augenschmauß. Hab mich weggeschmissen vor Lachen. Haha. Heute Morgen hab ich mich wieder gefunden, in der Garage auffem Schrank, wo die Blumentöpfe drin sind. Ich hoffe auch ,dat dat middem Rauchen ma in eine vernünftige Richtung läuft, dann könnwa auch wiedda ma im Blackout spielen. So manch einer frägt eh schon mal, wann's denn wieder so weit is.
So denn, bis Moagen
Stay Clean