Der Schreiner tritt die Türe weg...
Nach dem Auftritt bei den Thunderbulls können wir uns jetzt dran machen, unsere neue CD aufzunehmen. Dazu müssen wir allerdings noch zwei Nummern fertig machen: Den Titeltrack ("The Root of all Evil") und "The Door on the Upper Arm". DIeses Lied war ursprünglich mal ein Wunsch von unserem Werner. Vor ca. einem halben Jahr haben wir aus dieser Idee einen Song erstellt, der uns allerdings schnell nicht mehr gefallen hatte: Er war, wie Michi es gestern so richtig ausdrückte, ziemlich gezwungen. Mich hat vor allem gestört, dass er keine vernünftige Steigerung hatte, also z.B. keinen Refrain oder etwas, was den Charakter dieses Liedes ausmacht. Also beschlossen wir vor zwei Monaten, das ganze Lied neu zu schreiben. Holli kam beim herumdaddeln auf einen schönen Riff, der das Ganze deutlich besser einleitet, als das ursprüngliche Geschrabbel. Michi setzte noch einen schönen Sololick drüber und die Grundidee des Ganzen war geboren. Danach kam allerdings der Auftritt und diverse Urläube dazwischen, so dass wir diese Idee erstmal auf Eis legten. Michi nahm mir noch den Gitarrenriff und diverse Licks dazu auf, und ich machte mich letzte Woche daran, das Ganze in ein Lied umzumodeln.
Letzte Woche kam endlich das letzte Trum von meinem neuen Studio ins Haus geflattert. Um das Ganze mal auszuprobieren und neue Erfahrungen zu sammeln, setzte ich mich also hin und komponierte aus dem Vorhandenen Material einen neuen Song, der das ursprüngliche "The Door on the Upper Arm" meines Erachtens um Längen schlägt. Meine Art, sowas zu machen, ist eigentlich ganz einfach: Ich nehme auf, was ich habe, mische es ab und brenne es auf CD. Bei meiner nächsten Autofahrt wandertr das Ganze in den CD-Player und ich versuche, eine vernünftige Gesangsline sowie eine Fortsetzung des aufgenommenen Krams zu finden. Die eigentliche kognitive Leistung dabei ist nicht das Finden von Text und Melodie, sondern das neue Zeug bis nach Hause nicht zu vergessen. Danach geht's sofort ins Studio, um die Ideen aufzunehmen. So entsteht nach und nach eine neue Phantom-Lord Nummer. Winny macht es eigentlich genauso. Ich möchte nicht wissen, wie viele gute Ideen schon auf den Straßen und Autobahnen zwischen Rosenheim und München liegen. Egal.
Blöderweise stellte ich nach Beendigung der Aufnahmen fest, dass der alte Text überhaupt nicht mehr zu dem neuen Zeug passt. Das heißt also: Text ändern. Zunächst probierte ich noch ein wenig an den alten Lyrics herum, kam aber sehr schnell darauf, dass hier einfach nichts mehr zu machen ist. Also musste ein neuer Text her. Und wenn man schon dabei ist, kann man gleich auch das Thema ein bisschen variieren, denn zu den neuen Riffs passt Werners "Heldengeschichte" definitiv nicht dazu. Das Ganze ist eigentlich eher eine Pantera-Prong-Nummer, wie ich sie liebe: Absolut groovige Rhythmusarbeit, Riffs, die nur aus 2-3 Tönen bestehen, aber schön mit der Bass-Schlagzeugabteilung mitknacken und ein akustischer Vulkanausbruch als Refrain. Also muss textlich eher eine Splatternummer her...
Ziemlich schnell kam die Idee auf, unseren Michi mal textmäßig zu verewigen. Michi ist ja seit einiger Zeit unser Obei, sein Samerberger Hausname. Was dazu führt, dass wir jedes Lied, in dem das Wort "Obey" vorkommt, etwas falsch in der Aussprache gestalten ("O-Bei your Master" oder "O-Bei your depraved commander"). Michi nimmt's mit Humor und hat ebenso seien Spaß dabei (siehe die Thunderbulls-Photos). Also war der neue Titel sehr schnell auf der Welt: Obey the Carpenter - Gehorche dem Schreiner (Michi ist Schreiner). Und wenn man es mit Komma schreibt, kann man dieses Lied auch "Obei, the Carpenter" (Obei, der Schreiner) nennen. Birgit sagte mir gestern zwar, dass "carpenter" eigentlich Zimmerer heißt, aber Leo sagt mir genau das Gegenteil, also bleibt's bei Carpenter, zumal "Obey the Cabinet Maker" echt nicht klingt. Textlich geht es darum, dass Michi einen Baum fällt und sich daraus eine Eckbank und einen neuen Tisch baut - das Ganze unter bösartigster Beschimpfung der hinterhältigen Dreckspflanze! Hört sich absolut heavy an und war eigentlich recht schnell fertig - ich denke, dass ich für den Text nicht mehr als eine Stunde gebraucht habe.
Als ich danach vom Computer aufblickte, war von "The Door on the Upper Arm" nicht mir viel übrig. Mich stört's nicht, ich mochte die Nummer eigentlich nie so richtig (den Text schon, der war recht lustig) und ich hoffe, Werner wird's überleben. Lieber keine Huldigung als eine schlechte.
Gestern beim Proben schlugen wir dann unseren "Neues-Lied-Rekord" um Längen: Wir waren um dreiviertzel Acht komplett fertig mit dem EInstudieren. Okay, ich habe schon alles soweit vorbereitet und als CD mitgebracht, Wolfi war nicht da, das Schlagzeug kam daher vom Band, es gefiel allen und es gab keine Diskussionen um Feinheiten, was bei uns ja die absolute Ausnahme ist. Aber wir schafften es tatsächlich, innerhalb einer dreiviertel Stunde eine neue Nummer zu machen! Was machen wir nun mit dem angebrochenen Abend? Aufnehmen! Schöns Lied! Will haben!
Keine schlechte Idee, schließlich wollte ich eh schon längst die neuen Mikros ausprobieren. Das Schlagzeug ließen wir, wie es ist, da soll Wolfi sich selbst damit abplagen und sich was entsprechendes aus dem Kreuz leiern, aber den Rest haben wir gestern noch aufgenommen und als Rohmix abgemischt. Morgen setz ich mich mal ins Studio und stresse meinen Prozessor ein bisschen, dann kann man Soundmäßig noch einiges Rausholen. Das Ganze zeigt aber schon jetzt: DIe neue CD wird soundmäßig deutlich runder und tighter als Rules. Freut Euch drauf. Und vielleicht setze ich am Sonntag Abend mal einen kleinen Schnippsel von "Obey the Carpenter" auf die Homepage, als ersten Vorgeschmack auf die neue CD. Und wer sich jetzt noch frägt, warum dieser Text so einen blöden Titel hat, der muss zur Strafe diesen EIntrag nochmal lesen - aber diesmal gründlich.
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Coole konstruktive Antwort Winny! Die Rules werde ich mir trotzdem zulegen. Das ist ein Quantensprung im Vergleich zu den Anfangszeiten bzw. Anfang 90'er! Grüße euch allen
Hoffentlich wird die neue CD besser sein als hier beschrieben: http://www.heavyhardes.de/review-3849.html
Nie kopiert und oft erweicht!
Das kann man sehen wie man will. Die Songs sind gut (einige funktionieren sogar ganz gut! Man höre nur Rules im Blackout!) und wir haben ein geiles Cover mit Köpfchen und Knorpel - Metallerherz was willst du mehr ; P
Und schreiben kann man viel. Nen anderen Sänger suchen... tz, komisch, live funzt die Scheiße auch und zwar problemlos! Da kräht kein Hahn nach anderen Sängern..... Entscheidend ist deine Meinung. Wenn's nicht gefällt - ok! Who cares??
Also bleibt alles beim Alten, wir machen's besser denn nur aus Fehlern wird man klug!
Wer keine Fehler macht, lernt nix!
Und da wir keine Profi-Musiker sind sondern den Schmarrn sowieso nur für uns im Keller zocken *schnüff* passt das schon.
Stay Metal ; )
Ja, Holli, ich stimme Dir größtenteils zu. Die Songs funktionieren sehr gut, wurden auch von keinem negativ kritisiert. Was allerdings unser Fehler war, war die Hetze im Studio, da müssen wir uns an unsere eigene Nase fassen, dem Studiotechniker nicht deutlicher in die Parade gefahren zu sein. Ich habe gestern noch ein bisschen an der neuen Aufnahme gespielt und kann sagen, dass mit Ruhe und Sorgfalt viel mehr aus unseren Songs rauszuholen ist, als es Rules ansatzweise zeigte. Ich schreib unten noch was drüber. Da wir die neue CD diesmal selbst produzieren (und dies mittlerweile auch können), können wir uns diesmal so viel Zeit lassen, wie es braucht.
Was ja vor allem kritisiert wirde, ist der Gesang. Das lag zum einen an der fehlenden Zeit (siehe oben), zum anderen, dass wir (insbesondere ich) Sachen machen wollten, die einfach nicht gehen. Ich werde jedenfalls auf der neuen CD auf hohe Teile weitestgehend verzichten und mich auf meine Stärken konzentrieren: Brüllen, bis die Birne glüht. Denn das kann ich, so wird jedenfalls gesagt. Kritik ist ja bei sowas nicht schlecht, vor allem, wen man, wie wir, seit über 20 Jahren im eigenen Saft schmort. Woher sollen wir es denn besser wissen..? Nun wissen wir besser, wo wir den Hebel ansetzen können: Viel mehr Zeit auf den Gesang verwenden und das eigene Stimmvolumen nicht überdehnen.
Stay Schraubing am Sound
Na, das will ich doch schwer hoffen!
Bei der Letzten CD ist einiges nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Vor allem beim Gesang! dieses mal werde ich persönlich mit einem Geschliffenen Schwert in der Hand darüber wachen, das nicht wieder die Ausschussspuren, von denen ich dachte, dass die schon lange gelöscht waren, statt der Korrigierten Spuren auf den Silberling kommen! aber ich glaube, da muss ich mir auch keine Gedanken machen, weil dieses mal machen wir beim Aufnehmen und Abmischen alles selber. besser ist das!
Und vor allem werden wir uns dafür so viel Zeit nehmen wie nötig! keine Hetzerei beim Vor- und Endmix! kein "das muss bis da oder da fertig sein" da basteln wir so lange daran, bis ALLE! Bandmitglieder damit zufrieden sind. Und dann müßte das Ding eigentlich passen.
Hoffe ich zumindest.
greez Winny
Kommt ganz gut das ganze! Hab mir die CD von gestern noch mal angehört, und ich muß sagen, das Ding pumt trotz des dünnen Qbase- Drumcomputer Sounds mächtig!
Ich bin schon gespannt auf nächste Woche wie sich das mit einem richtigen Schlagzeug anhört. Gefällt mir viel besser als Door, obwohl ich das auch nicht so ganz schlecht fand.
Jetzt müssen wir nur noch Root of all Evil fertigbringen, und Midasch´s Haberfeldtreiber machen (das der a amoi a Rua gibt) und dem Aufnehmen der Neuen CD steht nichts mehr im wege!
Stay abschädeling
So, ich habe es zu Hause erstmal abgemischt und stresse gerade Euren E-Mail-Account mit der zweiten Version (die erste von heute Vormittag könnt Ihr wegwerfen!) Ins Internet stell ich erstmal nichts, denn es spielt ja nicht der Wolfi Schlagzeug, sondern der Kuhbeiß, das wär dann doch ein bisschen blöd...
Stay drinking Captain Skorbut!
Ja, muss ich mir morgen gleich neuen holen! kommt gut das Zeug, und ist außerdem noch schweinebillich!
Die neue Abmischung muss ich mir dann auch gleich anhören, bin schon gespannt. Ich komm dann die Woche mit was zu trinken mit bei zu dir rüber, dann können wir uns mit deinem Studio ein bisschen spielen, ich funk dann noch durch wann.
Stay Schaschlik verdauing!
Schaschlik war geil, wie war Dein Sack Fleisch?
Wir sollten dann vor allem am Gitarrensound arbeiten, denn der ferkelt noch am Meisten. Aber wir kommen hin. Grade der Schritt von der Freitagsaufnahme zu der von gestern ist ziemlich groß (ich hab's mir im Auto noch ein paar mal angehört). Das größte Problem sind noch die zu dünnen Gitarren und der Gesamtsound, was vor allem ein diffiziles Spiel mit dem Equalizer sein wird. Momentan klingt's mir noch zu krähig...
Stay frickeling!
So mit Blaue Blitze aus der Membran oder wie??
Tja, jedem das seine ; )
Ich möcht mir für die CD eh einen "Aufnahme-Sound" einstellen.... dann kräht's a nimmer so und die Equalizer-Arbeit minimiert sich glaub ich schon!
Außerdem will ich (und da bin ich Egoist!) einen Sound der mir gefällt und wenn da mal das WahWah pfeifft dann gehört das so und kein Effekt kann nachträglich eingefügt werden, wie manches Buch über "Die Irrlehren des Mischers" trotz Wiederlegung behauptet!
So denn, man wünscht angenehme Tage und wenn Ihr das nächste Mal an den See fahrt zum Sauf - äh - Besprechen wie es mit was weiß ich weitergehen soll RUFT - MICH - AN ! ! ! ! ! (und vielleicht den Rest der Band, dann haben mal wieder alle was davon: Stichtwort "Sandbank")
Stay "Des machma alles beim Mastern"-Arschtreting
Obwohl ich am Sonntag gesagt habe, ich mach erstmal bis Freitag nichts mehr am Sound, habe ich gestern noch ein bisschen den Donnerstag vorbereitet (am Donnerstag kommt Winny zur Studiobesichtigung und zum ersten Kennenlernen der Möglichkeiten) und dabei noch einiges gefunden. In Kürze:
Gitarren: Ja. Kraaaaaaaah. Der Sound ist hier noch ziemlich mittel für eine CD-Aufnahme. Ich habe gestern zwar noch einiges rausholen können, jedoch habe ich keinen Bock, alles über digitale Effekte nachzubessern. Das ist immer suboptimal (Remember: Das machen wir alles beim Mastern.) Wir sollten viel Zeit darauf verwenden, einen Gitarrensound einzustellen, der auf CD gut kommt. Mein Vorschlag: Jeder stellt sich einen Sack voll Sounds zusammen, die er ausprobieren möchte, schreibt die sich auf, wir nehmen alle mit verschiedenen Mikrophoneinstellungen auf, so dass wir auf ca. 15 Kombinationen pro Nase kommen. Dann mach ich eine CD von dem Ganzen, bring es mit und wir suchen unsere Lieblingssounds aus.
Schlagzeug: Wolfi, ich habe mittlerweile alles zusammen, um Deinen Sound (incl. Snare und Becken!) 1:1 auf die CD bannen zu können, ohne dass wir dabei Druck verlieren. Das bedarf auch von Dir eine entsprechende Einstellung der Kesselsounds, die wir dann irgendwann aufnehmen müssen.
Gesang: Siehe meinen Komentar oben. Hier sehe ich mittlerweile die wenigsten Probleme, das war vor einer Woche noch anders. Aber der Sound auf der Obey the Carpenter Pre-Production ist schon recht amtlich. Das wird mit Winnys Organ genauso werden.
Hab mir die neuste Aufnahme, die du mir geschickt hast gleich mal angehört. Stimmt, das ganze Kräht noch ein bisschen, aber die Gesangseinstellung gefällt mir ziemlich gut, da muss man gar nicht mehr allzuviel machen. Und das mit den Gitarren kriegen wir sicher auch noch hin!
Man darf ja bei der ganzen Sache nicht vergessen, dass das Ganze nur eine Probeaufnahme ist und dementsprechend auch auf die Schnelle hingeschlonzt wurde, wir waren ja noch nicht mal riffsicher, da wir das Ding ja gerade mal so 10 Minuten vor Aufnahmebeginn fertigkomponiert hatten. Das sind nicht nur die Gitarrensounds und Verstärkereinstellungen selber, da machen auch die Timingschwankungen einiges aus, man hörte ja auch auf dem Kopfhörer den Drumcomputersound fast gar nicht raus, folglich sind die drei Gitarren taktmäßig auch irgendwo, nur nicht zusammen. Das macht mit sicherheit auch viel von der Schepperei aus, bei einer ernsthaften Aufnahme gingen diese Gitarrenspuren gar nicht. Wenn man genau hinhört, dann sind die einzelnen Anschläge der drei Gitarrenspuren genau so weit auseinander, das sie sich gegenseitig beißen! (Wuff, grrr,fetz!) Aber als Übungsmaterial ist das Zeuch gar nicht schlecht, das hat doch schon viel Schönes!
Jetzt lass da mal noch deinen Bass vernünftig drauf sein, und ein gescheites Schlagzeug, dann kommt das schon ganz gut! Natürlich müssen wir bei der richtigen Aufnahme darauf achten, und das noch viel mehr als bei der Rules, das wir keinerlei Timingschwankungen dabei haben. Denn erst durch Präzision, vor allem bei den Anschlägen, entsteht erst der Druck, der einen Geilen Gitarrensound ausmacht. Das wird zwar nervig werden, (vor allem für mich Gschlamperte Sau) aber leider Unumgänglich! Das selbe gilt natürlich für alle anderen Instrumente auch. Den größten Fehler den wir begehen können ist, bei einer Spur die nicht ganz Hunndert Pro ist zu sagen Baast scho! keine Kompromisse mehr, so wie auf der Rules. Jetzt haben wir die Möglichkeit allen zu beweisen das wir es besser machen können, und das werden wir auch!
Ich glaube wir sind zumindest auf dem richtigen Weg!
Bis morgen, stay durschthabing!
Hi Winny,
ich geb Dir recht. Den kraaaaahigen Gitarrensound mache ich an zwei Aspekten fest: Einmal die Timingschwankungen, dann die noch nicht eingestellten Sounds. Ich hab's mir heute im Auto noch ein paar mal angehört: An der Aufnahme kann man ganz gut hören, welche Fehler wir damals bei Rules gemacht haben. Nur im Unterschied zu letzem Jahr: Jetzt kennen wir die Fehler und werden sie vermeiden. Damit sich TROAE deutlich besser anhört, als Obey the Carpenter im Augenblick oder Rules...
Stay awaiting the Geiß this eve!