2009 - 15 Jahre Thunderbulls
Was uns am 15. Jubiläum der Thunderbulls alles passiert ist, ist ein eigenes Kapitel in der Enzyklopedia wert. Spinal Tap ist ein Dreck dagegen. Auf der einen Seite: Unser größter Einzelauftritt (laut Gonzo 300 Gäste), gute Reaktionen, gut gespielt und viel Spaß gehabt. Auf der anderen Seite: Eine kaputte Nebelmaschine, ein kaputter D4 und ein ebenfalls kaputter Winny. Aber alles der Reihe nach.
Die Thunderbulls sind ein Motorradclub, deren Clubheim ca. einen Kilometer von unserem Probenraum entfernt liegt. Es handelt sich dabei um nichts anderes als die legendäre Gant Stum, in der wir 1986 unsere ersten Schritte als Phantom Lord gemacht haben. In dieser Lokalität entstanden so bahnbrechende Lieder wie "10 Halbe Bier", was wir ja immer noch auf jedem Konzert spielen müssen. Irgendwann kamen die Thunderbulls auf die Idee, dass wir doch mal auf einem ihrer Treffen spielen sollten. Wir sagten gerne zu und spielten 2007 das erste Mal auf ihrer Winterparty im Zelt naben der Gant Stum. Wir kamen recht gut an, das heißt: Wir wurden nicht beworfen und mussten sogar einige Zugaben mehr spielen, als wir eigentlich geplant hatten. Das Ganze wiederholten wir 2008 bei der Hochzeit von Buze, der sich uns als Hochzeitsband gewünscht hatte. Im Mai 2009 schließlich war es soweit: Die Thunderbulls feierten ihr 15-jähriges Jubiläum, bekamen zu diesem Anlass Ihre Colors überreicht und feierten natürlich eine Riesenparty - also eine ganz normale Gantstumparty, nur ca. fünf Mal so groß. Eigentlich sollte, wegen der Größe und unserer doch eher harten und lauten Musik, eine gemäßigtere Rock-Coverband spielen. Man kann es den Bulls nicht verdenken: unsere Musik ist nicht für jedermann leicht verdaulich und wen es einem Großteil der Leute nicht gefällt, dann ist die Party natürlich gelaufen. (Wie sich zeigen sollte, waren diese Befürchtungen nicht angebracht, denn wir räumten an diesem Abend sauber ab.) Die andere Band musste sich aber in der Vorbereitungsphase so saudumm angestellt haben, dass Gonzo und Buze von den Bulls eines Tages kurz nacheinander bei mir anriefen und mich baten, ich möge doch die Jungs fragen, ob wir nicht vielleicht doch bei ihrem Treffen spielen könnten. Prima, dachten wir uns, handelten aber noch drei Bedingungen aus, die sich im Nachhinein als absolut richtig herausstellten: Wir benötigen Hilfe beim Auf- und Abbau (diese Drecksschlepperei und Aufbauerei vor einem Auftritt nimmt einem unheimlich viel Energie für den Auftritt), wir bekommen eine gescheite Bühne, genügend Licht und Strom und wir dürfen unsere Fans dazu einladen. Das alles war kein Problem und so stellten wir ein Programm zusammen, das diesem Abend angemessen zu sein schien: Die ganz harten Sachen flogen raus, wir spielten ca. 40% Covernummern und unsere Klassiker, die mittlerweile viele Leute kennen, waren alle mit an Bord.
Wir hatten wirklich enorm Lust auf diesen Auftritt. Endlich mal wieder ein größeres Open-Air, bei dem uns einige Leute kennen und wir eigentlich nichts falsch machen können. Also investierten wir mal wieder kräftig: Von unseren letzten zwei Gagen kauften wir uns eine amtliche 2 x 2 KW Beleuchtungsanlage, ich zog mir einen neuen Bassverstärker und Wolfi investierte ca. 1500 Euro, um seinen Schlagzeugsound in neue Sphären zu heben: Zwei Verstärker, einen Subwoofer, einen Hochtöner und eine neue Monitorbox, dazu noch einen Equilizer - alles in allem eine runde Sache. Unser Spruch in den Wochen unseres Kaufrausches war "Mehr Watt! Für mehr Hörer!" (Und Wolfi hat seitdem den nächsten Spitznamen: Milliwatt.) Wir probten dazu noch wie die blöden, stellten alle aktuellen Pläne wie neue CD, den Song "The Root of all Evil" endlich fertig machen usw. hinten an und wähnten uns bestens vorbereitet für den Auftritt.
In der Woche vor dem Auftritt stieg allmählich die Vorfreude an. Ich fuhr am Abend vor dem Event noch extra zur Gant Stum, um den Aufbau der Bühne mitzuerleben. Was ich da sah, verschlug mir erstmal die Sprache: Ein riesiger Anhänger, nach vorne noch verlängert stand da auf der Wiese neben dem Clubheim und die beiden Baumeister Midasch und Markus waren gerade dabei, das seitliche Gerüst aufzubauen, welches die Lichttraverse und die Dachplane tragen sollte. Und das alles für uns. Ich war ziemlich gerührt, auf so einer Bühne hatte ich schon lange nicht mehr gestanden, das letzte mal war das, glaube ich, in Thal, als wir mit Nirwana (die Rosenheimer, nicht die aus Seattle mit einem 'v' statt mit einem 'w' in der Mitte) gespielt hatten, davor im Olympiapark auf dem Theatron mit Aiming High. Aber diese Bühne sollte nur für uns sein, wir waren keine Vor- oder Zwischenband, das war die Bühne von Phantom Lord. An dieser Stelle gleich mal ein Gruß und Dank an die Jungs: Echt der Hammer, was Ihr uns da alles hingestellt habt.
Am Samstag des Auftritts trafen wir uns um 14 Uhr am Probenraum. Ich war allerdings schon um 12 Uhr da, weil ich vorher in Ruhe meinen neuen Sender testen wollte, den ich mir Tags zuvor noch gekauft hatte, nachdem ich das Ausmaß der Bühne gesehen habe, uns danach die PA abbauen und alle Kabel reinigen wollte. Die Dinger placken nämlich enorm schnell zu, wenn sie permanent über unseren vom vielen Schwitzen und Goaßeiverschütten überfeuchten Boden gezogen wurden, und für die Jungs, die einem beim Aufbau helfen, ist es keine schöne Sache, die verkeimten Kabel durch ihre Finger gleiten zu lassen. Man kann sicher sein: Der Betreffende hilft ab da nur noch ungern und mit dicken Einmalhandschuhen auf unsere Rechnung. Irgendwann trudelten auch Holli und Michi ein. Wir standen draußen neben dem Bus und schauten alle auf Holli, der gerade vor Lachen zusammenbrach, der Bus, den wir dieses Mal das erste Mal hatten, war nämlich ein Renault MASTER. Warum er das so lustig fand, muss ich kurz erklären: Michi verleugnet schon seit Jahrzehnten seine Samerberger Wurzeln. Gut, das Image dieser südlichsten Gemeinde Deutschlands ist nicht gerade das Beste, aber da es keinen Landstrich auf dieser Welt gibt, aus dem nur Deppen kommen, schadet auch eine Samerberger Herkunft nicht immer. Die Dispositionen sind vielleicht etwas schlechter für den Start ins Leben, hihi. Aber Michi will bis heute nicht wirklich zugeben, dass auch er bzw. sein Vater aus diesem schönen Hochtal kommt. Nun komme auch ich vom Samerberg und mein Vater sagte mir irgendwann, dass der Hausname von Michis Vater der "Obei" sei. Seitdem ist der Michi also gerne mal der Obei, oder besser gesagt der O-bei, (ausgesprochen wie das englische Wort obey, gehorche, bloß mit einem schön betonten 'Ei' statt dem amerikanischen 'Äy' am Schluss.) Den Song Master of Puppets von Metallica können wir beispielsweise seit Monaten schon nicht mehr normal spielen bzw. singen. "Obey your Master" wird bei uns zu "O-bei your Master". Michi nimmt das Ganze mit stoischer Gelasenheit hin und freut sich seines Lebens. Die Welt ist eine Blume. Egal. Als sich Hollii wieder etwas beruhigt hatte, stellte er die beiden, also Michi und den Bus, einander vor: "O-bei - Master. Master - O-bei". Danach ging 10 Minuten erstmal gar nichts.
Da uns noch Buze, Gonzo und Markus von den Bulls sowie Fred, Hollis Vater, der eigentlich immer dabei ist und inzwischen eine fast schon unverzichtbare Kraft beim Lagen des Busses und bei technischen Fragen geworden ist, beim Einladen geholfen hatte, ging das blöde Hinaufschleppen des ganzen Krempels erstaunlich schnell über die Bühne. Ach ja, Werner war natürlich auch dabei. Schurl hingegen wieder nicht, der hatte es irgendwie geschafft, zu Hause die Nebelmaschine, die ich ihm vor zwei Jahren gegeben hatte, bei dem Test für das Konzert mit einer Riesenexplosion komplett zu schrotten und so lag er, statt sich seinen Tinnitus wie üblich auf unseren Konzerten zu holen, bereits einen Tag vorher mit pfeifenden Ohren zu Hause im Bett. (Schurl hatte die Nebelmaschine übrigens schon mal zu Hause ausprobiert, woraufhin unmittelbar die Feuerwehr angerückt kam, da er innerhalb von 5 Sekunden seine komplette Wohnung unter dichten Rauch gesetzt hatte, der dann durch die Fenster abzog. Keine schöne Beziehung zwischen Schurl und der Nebelmaschine, Schafe sind da echt bedeutend besser.) So fuhren wir bereits um 15:00 Uhr aufs Gelände und begannen mit dem Aufbau.
Nun ist so ein Aufbau einer kompletten Open Air-Bühne eine ganz andere Sache als der Aufbau in einem Club. Zudem haben wir uns vorgenommen, wirklich alles aufzubauen, was wir haben. So kam unser Banner das erste Mal zu seinen vollen Ehren uns schmückte fast die komplette Rückwand der Bühne. Danach ließen wir Wolfi seinen Krempel aufstellen, während Holli, Winny und ich uns erstmal um die PA und das Licht kümmerten. Während Du im Club Deine Sachen einfach nur auf den Boden stellst, mussten hier die Boxen erstmal zwei Meter höher auf das Gerüst gewuchtet werden, unsere neue Beleuchtungsanlage an der Traverse verankert werden und das Steuerungskabel quer über die Bühne in drei Metern Höhe verlegt werden. Winny und ich, unterstützt durch Holli, turnten wie die Affen auf dem Gerüst und schraubten nach und nach unser Zeug zusammen. Hier kam es uns endlich mal wieder zugute, das Winny jahrelang als Dachdecker gearbeitet hatte und ich sehr gerne klettere, zudem absolut trittsicher bin und null komma null Höhenangst habe. Das Ganz war zwar schwieriger und dauerte länger, stellte uns aber nicht wirklich vor Probleme. Die begannen erst jetzt.
Irgendwie machte Wolfi einen immer verzweifelteren Gesichtsausdruck. Etwas schien nicht zu stimmen. Er kam dann auch recht schnell zu mir mit dem Verdacht, dass seine DI-Box kaputt sei, denn aus seinem neuen Verstärkerteil kam lediglich ein lautes Brummen. Ich riet ihm, das Ganze mal auszustecken und ohne DI-Box hochzufahren, dann wisse er, ob es die DI-Box war, oder etwas anderes. Leider war es etwas anderes. Aus seinem guten alten D4 schlug plötzlich weißer Rauch und das Ding stank erbärmlich. Und dieses Ding ist wirklich unverzichtbar für Wolfi, den Wolfi triggert seinen Schlagzeigsound, das heißt, das er seine Toms mit netzartigen Fellen bespannt hat, die keinen eigenen Sound von sich geben, aber das Anschlagssignal an den erwähnten D4 weiterleiten, der dann den eigentlichen Sound macht und an den Verstärker weitergibt. Eine echte Katastrophe, denn ein Schlagzeug ohne Sound und ohne D4 kann kein Mensch auf dieser Welt hören. Guter Rat war nun wirklich teuer, denn wir hatten nun keinen Drumsound, Wolfi war nachvollziehbarerweise sehr frustriert und das Konzert stand auf Messers Schneide. Der Grund war schnell gefunden: Dank unseres schwitzig-feuchten Keller hatte sich eine riesige Lake aus Kondenzwasser auf Wolfis D4 angesammelt, die in dessen Innereien eindrang und dort unreparierbaren Schaden anrichtete. Da braucht bloß ein einziger Kondensator Wasser ziehen und das Ding taugt nur noch für die Alt-D4-Tonne. Was tun? Eigentlich eine echte Katastrophe. Hier trifft es sich gut, dass ich jahrelang im Music-Land gearbeitet und auf verschiedenen Konzerten Technikjobs übernommen hatte. Ich beschloss, etwas zu versuchen. Zuerst einmal schickte ich Winny, Michi und Holli von der Bühne, holte mir Fred zur Seite und unterbreitete Wolfi meinen Vorschlag: Wen Michi nicht singt und wir alle weiteren Mikrophone, die wir haben, zusammenstellen, kommen wir auf sechs Stück. Das sind zwar alles keine Drummikros, aber mit etwas Feingefühl kann man auch mit normalen Mikros einen einigermaßen guten Sound zusammenstellen. Dazu musste Wolfi allerdings sein Schlagzeug mit Naturfellen ausstatten und Fred und ich mussten die Mikrophone so anbringen, dass der Sound möglichst gut abgenommen werden konnte. Hut ab vor Wolfi, dass er bei diesem riskanten Spiel mitzog. (Und danke an die anderen, dass sie ohne großes Federlesen mein bossiges Gehabe akzeptierten. Sonst ist das ja nicht wirklich mein Stil, in der Band groß anzuschaffen und zu bestimmen, was getan werden muss. Gerade wenn, wie bei uns, keiner de Chefrolle innehat und jeder seine Meinung sagen kann, die dann auch gehört wird. Aber in diesem Fall schien es mir angebracht, ausnahmsweise zu sagen, wo es langgehen soll.) So fuhr Wolfi mit Winny in den Proberaum, um seine alten Felle zu holen, die er gottseidank noch nicht entsorgt hatte und Fred und ich begannen, mit Holzlatten und viel Gaffa-Tape das Ganze zu mikrophonieren. Insgesamt brauchten wir für den Umbau und die Einstellung des Schlagzeugsounds knapp 90 Minuten, Fred und ich verständigten und mit vorher kurz vereinbarten Handzeichen und stelten so einen recht anhörbaren Drumsound zusammen. Lediglich die Bassdrums waren etwas lasch, was zum einen daran lag, dass Wolfis Folien auf der Vorderseite der Kessel noch weiter mit unserem Schriftzug beklebt waren, und zum andeen, das wir nicht die geeigneten Mikros dafür hatten. Leider hatten wir nur zwei baugleiche Mikros, nämlich zwei Shure SM57, amtliche Gitarrenmikros, aber nur in Notfällen für Basdrums zu verwenden. Gut, es war ein Notfall, aber Wolfi meinte danach, mit gewissen Recht, dass wir besser nur ein Mikro zwischen die Bassdrums gestellt hätten, womit ich ihm nicht widersprechen möchte. Aber nichts desto trotz war der Drumsound recht amtlich, Gonzo fand dann auch noch ein siebtes Mikro, mit dem Wolfi wie gewohnt Michis Gitarre auf seinen Monitor legen konnte und das Konzert war gerettet. Das Ganze glich zwar eher altsowjetischer Improvisationskunst, aber der Sound hielt und hat den Leuten gefallen.
Der eigentliche Soundcheck lief ähnlich kurios. Wir haben durch den Auftritt in der Lola-Bar gelernt, dass es enorm wichtig ist, dass ein Bandmitglied vor der Bühne (und nicht z.B. Werner) den Mix kontrolliert. Wir haben ja keinen eigenen Mischer, und so muss der Sound von Anfang an sehr filigran eingestellt werden und darf danach um keinen Preis der Welt verstellt werden. Über unsere PA kommt ja lediglich der Gesang, und so muss jeder Instrumentalist sich ziemlich disziplinieren, den Sound um ein gutes Stück leiser als gewöhnlich drehen und nicht mehr dran ändern. Ich stand also vor der Bühne und versuchte mit viel Geschrei (bis mir Winny dann mein Mikro runterreichte, worauf wir eigentlich schon früher hätten kommen können) Michi, Winny und Hollis Gitarrensound rauszuhören und bei den jeweiligen Protagonisten Veränderungswünsche durchzugeben. Es hat erstaunlicherweise recht gut geklappt. Zwar schob auf Hollis und meiner Seite der Bass eine Wand vor sich her (Keine Mauer. Eine Wand!), so dass Holli ich praktisch überhaupt nicht hörte, Gitarren und Schlagzeug waren aber trotz fünfmaligem Anheben der Bassfrequenzen immer noch so Höhenreich, dass untenrum noch unbedingt etwas dazugeschoben werden musste, da die Ohren ansonsten sehr schnell schmerzten. Mit einem tüchtigen Wumms von unten heraus ging es aber und klang sogar sehr gut.
Werner baute inzwischen sein Zelt auf. Ein riesiges Zwölfmannzelt mit Solarlampen vor dem Eingang, was auf einem Bikerfest natürlich sehr deplaziert und lächerlich ist, weil dort alle in ihren Dackelgaragen schlafen, die auf dem Moped nicht viel Platz wegnehmen. Nicht so unser Werner, der mochte es luxoriös. Wir fragten uns ernsthaft, wofür denn der Mann so ein riesiges Zelt brauchte, wollte der denn noch Orgien feiern? Hängt etwa an der Decke schon der Sling? Nachschauen wollte aber keiner.
Nach und nach wurde es dunkel und die Gäste trudelten ein. Wir hatten, bedingt durch die Verzögerung mit Wolfis D4, zwei Stunden länger für Aufbau und Soundcheck gebraucht und ich lief eine Stunde vor dem Auftritt immer noch in kurzen Berghosen rum. Es wurde langsam dunkel und Gonzo schmiss den Hanomag an, der unseren Stromgenerator antreiben sollte. Wir schalteten das Licht ein und kurze Zeit später war es zappenduster. Zwar hatten wir drei Phasen und hatten gottseidank daran gedacht, dem Licht eine eigene Phase zu spendieren, jedoch war jede Phase nur mit 16A abgesichert, was bei 2 x 2 KW ein bisschen wenig ist. Und das war nur ein Teil der Beleuchtung. Gonzo hatte noch zwei Beamer organisiert und unsere alte 600W-Funzel sollte ja auch noch brennen. Mit viel hin und her und Sicherungsgefliege fanden wir einen Weg, die Beleuchtung so in den Griff zu bekommen, dass die Sicherung hält und es trotzdem nach amtlicher Lightshow aussieht. Vor unserem Konzert sollte zuerst einmal die Überreichung der Colors an die Thunderbulls durch die Katanas stattfinden. Diese kleine Feierlichkeit lief in einem sehr festlichen Rahmen ab, alle Bulls wurden einzeln geehrt und beschert und waren dementsprechend gerührt. Danach konnten wir loslegen.
Man kennt das ja bei Konzerten: Zu Beginn stehen natürlich alle da und harren gespannt der Dinge, die da kommen werden. Danach wird es kritisch: Schaffst Du es, einen großen Teil der Leute bei der Stange zu halten und für das Konzert zu begeistern, beginnt die Stimmung irgendwann zu Mitte des Konzerts zu brodeln und man kann ab dem Zeitpunkt fast nichts mehr falsch machen. Außer vielleicht Modern Talking zu covern. Wir begannen also erstmal mit zwei eigenen Nummern (Metal Hymn und Commission: Paradise), bevor wir mit Burning und Ace of Spades zwei Cover hinterherjagten, quasi als Versprechen für später. Danach spielten wir viel eigenes Zeug, angereichert durch ein paar Cover, die allesamt höflich beklatscht wurden, bevor dann der Block aus "House of the Rising Sun" und "Whisky in the Jar" das Ruder herumriss. Während dieser beiden Nummern kamen viele, die sich erstmal an der Bar mit ein paar Drinks und ein paar netten Gesprächen mit Freunden anwärmen gegangen sind (Seien wir mal ehrlich: Wir machen es ja genauso) zurück vor die Bühne und begannen, die Party vor die Gant Stum zu verlegen. Ich liebe Treffen, man hat seinen Spaß, trifft Leute, die man schon ewig nicht mehr gesehen hat und ratscht sich von einem zum anderen. Das da irgendwo eine Band spielt, ist nett, man wird noch beim Erzählen der Schwänke gut unterhalten, und wenn die Band gut ist, dann passt alles. Für eine Band, die sowas zum ersten Mal macht, ist sowas natürlich erstmal überraschend: Kaum einer schaut sich an, wie man sich auf der Bühne abstrampelt und alles gibt. Beim 15 jährigen Jubiläum der Thunderbulls aber waren, so zumindest meine Schätzung, im zweiten Teil unseres Sets 250 der 300 Gäste vor der Bühne und hörten uns zu. Ich habe persönlich noch kein Motorradtreffen erlebt, bei denen so viele Leute sich die Band angesehen haben. Wir freuten uns natürlich sichtlich und hatten wohl die ganze Zeit ein dickes Smiling im Gesicht. Wobei ich gar nicht so wahnsinnig viel mitbekam, das es bei jedem Konzert einen Punkt gibt, zu dem es bei mir "Klick" macht, und ab da bekomme ich nicht mehr viel mit. Da könnte mich Holli auf die Schultern nehmen, daran würde ich mich danach nicht mehr erinnern (Sag mal Holli, wieso tut mir eigentlich nach den Konzerten immer der Arsch so weh? Was ist da los? Trittst Du?)
Wir hatten unsere Setlist so angelegt, dass die Kracher in der zweiten Hälfte gespielt wurde: Highway to Hell, Mighty Schurlossos, Fata Morgana, Metal Heart, Whole Lotta Rosie und 10 Halbe Bier, angereichert durch Songs wie Swordtime oder unsere neue Zombiehymne "A Perfect Dinner", in der Winny den Bass spielt und ich endlich mal (wieder) alleine auf der Bühne rumhampeln kann. Die Stimmung im Publikum war super und nach 10 Halbe Bier als "letzte Nummer" war klar, dass wir ohne Zugabe nicht gehen durften. Das war natürlich einkalkuliert, jede Band macht sowas. Man tut, als wäre man fertig, bedankt sich artig und geht dann von der Bühne, bevor man wiederkommt und noch die zwei weiteren Nummern raushaut, die man für diesen Abend geplant hat. In unserem Fall waren das "Yellow Submarine" und natürlich "Master of Puppets", die beide die Headbangrate im Publikum deutlich erhöhten. Bei Master tobte sogar vor der Bühne richtig der Bär. Und natürlich auch der O-bei.
Dann sollte eigentlich wirklich Schluss sein. Blöderweise schrien die Leute immer noch nach einer Zugabe, wir hatten aber nichts mehr auf dem Zettel. Kurzentschlossen schoben wir noch "Run Runaway" hinterher, und als dann immer noch nicht Ruhe war, spielte Michi, Winny, Wolfi und ich noch eben den guten, alten Rauschmeißer "Discharge", den können wir immer im Schlaf, obwohl wir den seit mindestens einem Jahr nicht mehr gespielt haben. Okay, das Lieb besteht im Wesentlichen aus zwei Tönen. Danach ging echt nichts mehr.
Trotz des Chaos mit Wolfis D4 war dieses Konzert das Beste, was wir seit langem gespielt hatten. Sowas macht Lust auf mehr: 250 Zuschauer, die begeistert vor der Bühne stehen und sich freuen, zuhören, mit dem Kopf nicke oder toben, je nach Temperament, ist für jeden Musiker das Größte. Leider kam das dicke Ende noch nach, nämlich beim Abbau.
Winny, der eigentlich noch komplett nüchtern war, wollte den Abbau auf der Bühne mitfotografieren, stolperte dabei im hinteren Teil der Bühne über die Bordwand des Anhängers und fiel von dort aus zwei Meter in die Tiefe genau auf seine von seinem letzten Motorradunfall ohnehin schon lädierte linke Hüfte. Wir hörten nur den Schrei, ich sah noch die Plane wackeln, und wir liefen alle nach hinten, um zu sehen, was ihm passiert war. Gottseidank war ein Freund von Werner dabei, der Rettungssanitäter bei der Bundeswehr war und das Heft ziemlich schnell in die Hand nahm. Ich suchte derweil Evi, fand sie, sie wusste es aber schon und zu dritt fuhren sie den mittlerweile schon wieder auf eigenen Beinen stehenden, wenngleich ziemlich schmerzgepeinigten Winny ins Krankenhaus. Mir war danach der Spaß am Feiern ziemlich vergangen. Wir bauten noch fertig ab und ich wartete eigentlich nur noch auf den Spezl vom Werner bzw. auf Evi, damit ich erfahre, was los ist. Zum Feiern hatte ich nun keine Lust mehr, ich leerte meine halbe Geiß in zwei Stunden, ließ mich vom Daxei, also von Nathaniel von Mortuus Infradaemoni noch zutexten und war dann doch sehr erleichtert, als Evi und Werners Spezl auftauchten und relative Entwarnung gaben: Nichts gebrochen, allerdings sauber geprellt, so das die nächsten zwei Wochen für ihn sehr unangenehm würden.
Trotz dieses sehr unangenehmen Endes: Das Ganze war für uns ein sehr intensiver Tag - in jeder Hinsicht. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an die Thunderbulls und die fantastische Organisation. Es hat von Eurer Seite aus alles perfekt geklappt und wir sind immer wieder für Euch da, wenn Ihr wieder etwas plant.
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Hi Winny,
am Geschicktesten ist es, ich nehm (heute?) die Kamera mit und spiel es bei mir auch nochmal drauf, denn ich kann dann mit Nero Vision Express einen entsprechenden Film machen und - viel wichtiger - das Ganze auf ca. 700 MB runtersampeln, damit wir es auf dem Notebook anschauen können. Diese DV-Dateien, die direkt von der Kamera kommen, sind ja riesig.
Ich muss heute eh über Ebersberg, der Patrick vom Chaosladen hat eine Lieferung für mich.
Gute Besserung weiterhin,
Toml
Ja passt, komm vorbei und nimm das Ding mit. Ich glaube aber, dass ich das Teil auf dem Movie maker schon verkleinert habe, wenn ich alles was der Computer so von sich gegeben hat richtig interpretiert habe.
greez Winny
Kann ich nur bestätigen, war mal wieder ein geiles Konzert. Und ich hoffe, Winni geht es bald wieder besser, daß er die Klampfe wieder schwingen kann.
Nachdem ich mich heute mal die Treppe zum Proberaum hinuntergequält habe, um zu kucken wie denn mein Fotoapperat den Freiflug überlebt hat, und nach einigem Suchen das Teil auch tatsächlich gefunden habe,( Gottseidank tut er noch, er ist ja auch nicht so tief gefallen wie ich) habe ich gleich mal die Fotos auf die Seite gestellt. Ich habe ja sonst nichts zu tun, außer zumsitzen und in den Bildschirm glotzen.
Es sind ein paar recht lustige dabei, aber leider bin ich bei dem ganzen hin und her beim Aufbauen nicht so viel zum Fotographieren gekommen, wie ich es eigentlich vorhatte.
Ich will mich noch mal bei allen für die vielen Genesungswünsche bedanken, und vor allem beim Roland für die Hilfe, ohne ihn wäre ich nicht ins Auto gekommen, geschweige denn wieder hinaus, und wer weiß wie mich diese Metzger im Krankenhaus geschunden hätten, wenn er nicht dabeigewesen wäre, Danke Mann! komm mal wieder im Proberaum vorbei, dann lad ich dich zum Saufen ein!
Also viel Spaß mit den Bildern, Freitag Proben in dem sinn wird warscheinlich bei mir noch nicht möglich sein, weil aufbauen kann ich sicher noch nicht, und lange Stehen erst recht nicht. Schaun wir mal, was wir machen, vieleicht sitzen wir uns so ein bisschen zusammen, schlucken Geiß, und Glotzen das Video vom Auftritt, wenn der Toml sein Laptop mitnimmt. Auf den Computer hab ich es schon, jetz muss ich mir nur noch nen´DVD Rohling besorgen, und rausfinden wie ich das Zeuch dort draufbekomme. Bin halt mal Computerlaie!
Stay metal!
Moin Winny altes Haus!
Hast ja paar richtig guade Buidl geknipst! Ned schlecht....
Wegen Freitach mach Dir mal keinen Streß, gibts halt Bescheid wann wie wo warum und ob überhaupts!
Bin eh ned so scharf auf's Gerümpel an den Platz stellen!!!! ; )
Falls doch irgendwas zam geht müsst ich's nur wissen zwecks Bierversorgung (ich glaub meine Wenigkeit ist dran)!
Auf's Video bin i scho gspannt...!!! A wenn der Akku irgendwann mal den Geist aufgegeben hat.....
Oiso,
mach's gut und selbige Besserung nomoi!
Holli
Hi Holli,
ich dachte eigentlich, ich bin dran. Wer kauft? Mir ist's wurst. Ich war heut beim Winny und lass grad die DVD schmurgeln. Wird recht gut. Am Freitag treffen wir uns beim Winny im Keller und schauen Video.
Viele Grüße Toml
Stay Metal !!!